Diverses Streit um Software-Abschreibung

Betriebsprüfer verlängern derzeit einfach die Abschreibungsfristen für komplexe Unternehmenssoftware. Und zwar auch in Bundesländern, in denen es dafür keinerlei Rechtsgrundlage gibt. Wie Firmenchefs sich wehren.

Streitpunkt seit geraumer Zeit ist die Abschreibungsdauer für die so genann­ten Enterprise-Resource-Planning-Programme (ERP) – eine Software, die den gesamten Planungs- und Steuerungsprozess im Betrieb abbildet und automatisiert.

Im Frühjahr versuchte die Bundesregierung das Thema zu beenden: „Es gibt Begehrlichkeiten aus den Bundesländern, die Fristen von drei auf zehn Jahre hochzusetzen. Wir werden dem entgegentreten“, so tönte Kanzler Gerhard Schröder beim Besuch der Cebit in Hannover. Sein Finanzminister sollte dafür sorgen, dass es bei drei bis fünf Jahren bleibt. Hans Eichel verordnete Ruhe an der Steuerfront und kündigte ein klärendes Papier für den Herbst an (impulse 5/2005).

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Doch die Botschaft aus Berlin scheint nicht angekommen zu sein. Betriebsprüfer pochen weiterhin auf zehn Jahre und berufen sich auf Erlasse aus Bremen und Magdeburg. »Das ist bei dem rasanten Innovations­tempo viel zu lang«, reklamiert Berthold Welling, Steuerchef beim Bundesverband der Industrie. Vorerst bleibt Firmenchefs freilich nichts anderes, als zu verhandeln. Und sie haben gute Argumente.

Erstens: Zehn Jahre alte Programme sind nicht mehr einsetzbar, weil es keine Pflege durch den Hersteller gibt. Zweitens: Spätestens nach fünf bis sieben Jahren tauschen Unternehmen die Programme aus. Das belegen Umfragen der Verbände. Drittens: Der externe Datentransfer verlangt, dass die Software permanent angepasst wird. Aber: Lassen sich die Beam­ten nicht überzeugen, legen kämpferische Firmenchefs Einspruch ein – und ziehen notfalls vor Gericht.

Weitere Meldungen aus dem Steuer-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2005, Seite 60, nachlesen.

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