Diverses Stress: Wenn der Akku leer ist

Stress: Wenn der Akku leer ist

Stress: Wenn der Akku leer ist

Ausgebrannt, erschöpft und verzweifelt - nichts geht mehr. Burn-out-Syndrom nennen das die Ärzte. Darunter leidet mittlerweile jede vierte Führungskraft.

Die Krankheit ist eine Mischung aus physischer, emotionaler und mentaler Erschöpfung. Die Betroffenen sind mit ihren Kräften am Ende. Geprägt hat den Begriff der New Yorker Psychoanalytiker Herbert Freudenberger in den siebziger Jahren. Die Patienten leiden unter körperlicher und seelischer Erschöpfung. Ein Zustand, der sich nicht schlagartig, sondern schleichend einstellt, meist als Folge einer längeren Überforderung. Viele Symptome werden darunter zusammengefasst: psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Herzprobleme, Hörsturz. Im schlimmsten Fall kommt es zu schweren Depressionen, zum völligen Zusammenbruch, zu Selbstmordgedanken.

Moderne Arbeitswelt macht krank

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Als möglichen Auslöser für Burn-Out sehen Mediziner vor allem neue Arbeitsumstände wie Beförderung, Jobwechsel oder Umstrukturierungen in Unternehmen. Zur Risikogruppe gehören vor allem Manager und Führungskräfte, denn Burn-Out befällt vorwiegend 30- bis 50-jährige dynamische Menschen, die voller Ideale und Ideen sind. Sie stecken sich hohe Ziele, in dem Glauben sie ohne große Probleme meistern zu können. Doch irgendwann ist das Ziel zu hoch gesteckt. Die vergeblichen Anstrengungen schlagen um in Frustration, enden mit der Erschöpfung aller körperlichen und geistigen Reserven. Die steigende innere Anspannung lässt alle Energiereserven dahinschmelzen.

Die Folge: Jede vierte Führungskraft ist mittlerweile durch Stress gefährdet, so eine Umfrage des Karlsruher Institutes für Arbeits- und Sozialhygiene unter 1.000 Managern. Drei von vier klagen über Gelenk- und Rückenschmerzen. Jeder fünfte leidet an psychischen Beschwerden wie Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, depressiver Stimmung und permanenter Erschöpfung. „Gerade bei Akademikern diagnostiziere ich diese Symptome immer häufiger“, bestätigt Christoph Kurtz- von Aschoff, Chefarzt der psychosomatischen Abteilung der auf Stress-Symptome spezialisierten Habichtswald-Klinik in Kassel-Wilhelmshöhe.

Dabei ist Stress per se nichts Negatives, sondern sogar notwendig für die Menschen. Normalerweise nützt die Mobilisierung aller Kraftreserven in Gefahrensituationen. Stress löst Kampf- und Fluchtreaktionen aus und ermöglicht es, flexibel zu reagieren. Doch dieser Reflex, der unseren Vorfahren das Überleben sicherte, verkehrt sich in der modernen Arbeitswelt ins Gegenteil. Die aufgestaute Energie kann nur noch selten über den Körper abreagiert werden. Der Mensch wird krank. „Guter Stress beflügelt uns, nur wenn es zu viel wird und wir nicht mehr darauf reagieren können, macht Stress den Menschen krank“, weiß Experte Kurtz- von Aschoff.

Wann es zu viel wird, erkennen Manager an diesen fünf Warnsignalen:

  • Sie sind häufig erschöpft und dauernd müde.
  • Sie leiden unter Kopfschmerzen, sind häufig erkältet, haben Magen- und Verdauungsbeschwerden, hinzu kommen Ekzeme und Allergien.
  • Sie sind Mitarbeitern und Familie gegenüber häufig ungehalten und gereizt.
  • Sie leiden unter Unzulänglichkeitsgefühlen.
  • Sie sind depressiv und haben häufig Angstzustände

Doch Betroffene müssen nicht verzweifeln. „Man kann jederzeit und in jedem Stadium etwas gegen das Burn-Out-Syndrom unternehmen“, weiß Christoph Kurtz- von Aschoff aus seiner täglichen Praxis. Wichtig sind vor allem tägliche Entspannungsphasen. „Fünf bis zehn Minuten die Augen zu machen und meditative Musik hören, hilft schon“, so der Mediziner.

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