Diverses Stromkosten: Vater Staats Preisdiktat

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Horst Seehofer will Stromsparer belohnen - mit besonders günstigen Basistarifen. An sich keine schlechte Idee, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Viel sinnvoller wäre allerdings die längst überfällige Marktliberalisierung.

„Verbraucherminister Seehofer will private Haushalte bei den Energiekosten entlasten“ – mit der Schlagzeile macht sich der wahlkämpfende Horst Seehofer von der CSU bestimmt viele Freunde. Allzu verlockend klingt das Versprechen, diejenigen, die sparen, durch günstige Einstiegstarife beim Strom spürbar zu entlasten. Die Idee: Jeder Haushalt kann zu einem niedrigeren Basistarif eine bestimmte Anzahl Kilowattstunden verbrauchen. Wird mehr Strom als vorgesehen benötigt, steigt der Energiepreis deutlich. Sparen lohnt sich also.

Im Grunde eine gute Idee, die dennoch nicht funktioniert: Nicht, weil die Energiekonzerne es – verständlicherweise – ablehnen, sich von Vater Staat die Preise diktieren zu lassen. Der Plan kann schon deshalb nicht funktionieren, weil es nach wie vor keinen Markt gibt, auf dem die Stromkunden den für sie besten Wettbewerber wählen können. Zwar gibt es viele Anbieter, aber wenig Auswahl. Kommt es hart auf hart, bestimmen immer noch die Handvoll Großkonzerne die Spielregeln. Statt selbst an der Preisschraube zu drehen, sollte sich die Bundesregierung endlich zu einer radikalen Marktliberalisierung durchringen, die ihren Namen verdient. Dann werden sich auch die Preise dem Verhalten der Verbraucher anpassen – und das ganz ohne entsprechenden Minister.

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