Diverses Studie: Zu wenig Ingenieure und Naturwissenschaftler

Die Zahl der Hochschulabsolventen in Ingenieurs- und Naturwissenschaften ist seit Mitte der 90er Jahre um je um ein Drittel gesunken. Setzt sich der Trend fort, ist die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen erheblich gefährdet, so eine aktuelle Untersuchung.

Haben Mitte der 90er Jahre jährlich noch rund 48000 Ingenieure und fast 19000 Naturwissenschaftler deutsche Hochschulen mit einem Diplom verlassen, waren es 2001 nur noch rund 33500 Ingenieure und 13500 Naturwissenschaftler. Da sich nach der Prognose der Kultusministerkonferenz daran bis 2006 kaum etwas ändert, ist die Innovationskraft deutscher Unternehmen ernsthaft bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und der Hochschul-Informations-System GmbH.

Diese Entwicklung ist nach Ansicht der Autoren vor allem deshalb Besorgnis erregend, weil Deutschland im internationalen Vergleich ohnehin zu wenig Akademiker ausbildet, vor allem in Technik orientierten Studiengängen: So betrug der Anteil von Hochschulabsolventen an den relevanten Altersjahrgängen im Jahr 2000 in Deutschland knapp 20 Prozent, bei über 25 Prozent im OECD-Durchschnitt. Die Anzahl von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern pro 100000 Erwerbspersonen im Alter von 25 bis 34 Jahren lag in Deutschland am Ende des Jahrtausends mit unter 700 ebenfalls um etwa ein Drittel niedriger als im OECD-Durchschnitt. Folge: Der Fachkräftemangel steigt.

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Die Wissenschaftler fordern daher, dass die Akademikerquote steigen muss. Vor allem bei Kindern von Eltern mit geringem Bildungsstand und niedrigem Einkommen, die an Universitäten immer noch unterrepräsentiert seien: So erreichten von 100 Kindern hoher sozialer Herkunft (hoher Bildungsstand, hohes Einkommen) 84 die gymnasiale Oberstufe, 72 beginnen später ein Hochschulstudium. Von 100 Kindern aus der unteren sozialen Herkunftsgruppe (niedriger Bildungsstand der Eltern, niedriges Einkommen) treten dagegen nur 33 in eine gymnasiale Oberstufe ein, lediglich 8 nehmen danach ein Studium auf.
Das habe weniger mit fehlender Begabung zu tun, sondern vielmehr mit der mangelhaften Fähigkeit des Schulsystems, die Elternhaus bedingten unterschiedlichen Voraussetzungen durch entsprechende Förderung wettzumachen.
Aus Sicht der Forscher ist dies vor allem für die Technik orientierten Studiengänge ein entscheidender Nachteil, weil sich gerade dort relativ viele Studienanfänger aus sozial schwächeren Herkunftsgruppen wiederfinden würden.

Die vollständige Studie finden Sie im Internet unter:www.zew.de

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