Diverses Studium vom Finanzamt

Die Kosten für die Ausbildung der Kinder lassen sich meist nur auf Umwegen bei der Steuer unterbringen. Worauf Unternehmerfamilien achten sollten.

Kein Zweifel, das war das Steuerurteil des Jahres 2003: Wer sich an einer Fachschule oder Uni für den Job fit macht, darf alle Kosten dafür bei der Steuer abziehen. So hatte der Bundesfinanzhof entschieden (impulse 1/2004). Zur Freude etwa von Jungunternehmern, die nebenbei die Hörsaalbank drückten. Und zum Vorteil vieler Studenten, die ihre Studienkosten sofort per Steuererklärung geltend machten.

Fiskalische Notbremse

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Für den Bundesfinanzminister zeichneten sich Milliardenverluste ab. Hastig paukte er eine Gesetzesänderung durch und kürzte rigoros den Steuerabzug. Höchst bedenklich, monierten Experten. Der Kölner Steuerprofessor Joachim Lang geht heute noch einen Schritt weiter: „Dieses Nichtanwendungsgesetz ist verfassungswidrig, es verletzt den Gleichheitssatz.“

Fakt ist: Rückwirkend seit Januar 2004 sind die Kosten für eine Erstausbildung nur noch bis zu 4.000 Euro pro Jahr absetzbar. Und zwar nicht mehr als Werbungskosten, sondern als Sonderausgaben. Klingt harmlos, hat aber gravierende Konsequenzen: »Jetzt profitieren nur noch wenige Studenten«, bemängelt Joachim Vanscheid vom Bund der Steuerzahler. Denn der Sonderausgaben-Abzug funktioniert nur, wenn man rund 15.000 Euro Einkommen erzielt.

Ausweg für Unternehmerfamilien: Sie lassen Sohn oder Tochter auf Firmenkosten studieren. Alle anderen müssen weiterhin zwischen Aus-, Fort- und Weiterbildung unterscheiden. Mit absurden Folgen: Das Zweitstudium zahlt das Finanzamt voll mit, das Erststudium dagegen nicht. „Das versteht kein Mensch“, schimpft Experte Lang.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2005, Seite 106, nachlesen.

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