Diverses Susanne Klatten bricht ihr Schweigen

Die Quandt-Erbin Susanne Klatten

Die Quandt-Erbin Susanne Klatten© dpa

Seit Wochen ist Susanne Klattens Gesicht auf den Titelseiten, Magazine berichten über ihre Affäre mit einem "Gigolo" und die Erpressung. Die Quandt-Erbin schwieg. Noch nie hat sie mit einem Journalisten über ihr Leben gesprochen. In einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland (FTD) bricht sie nun ihr Schweigen.

FTD-Reporter Lorenz Wagner hat die Tochter von Herbert und Johanna Quandt in den vergangenen Monaten mehrere Male getroffen. Er hat mit ihr über ihre Eltern und Geschwister gesprochen, ihre Jugend – und wie sie ihre Rolle als Mitglied der berühmten Industriellendynastie finden musste. „Wenn ich mich an dieses Gefühl erinnere, damals: Ich bin davor zurückgeschreckt, einen ganz eigenen Weg zu gehen“, sagt sie. Es sei ein ewiger Kampf um das „Freisein von dem Namen“ gewesen.

„Natürlich ist da auch Angst“

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Susanne Klatten erzählt, wie es war, nach dem Tod des Vaters mit Anfang dreißig Verantwortung bei BMW und Altana zu übernehmen. Sie erzählt von schwierigen Entscheidungen im Aufsichtsrat, der Entlassung von Bernd Pischetsrieder als BMW-Chef und dem Entschluss, Teile von Altana zu verkaufen.

„Natürlich ist da auch Angst. Die Angst, bestehen zu können, die Angst, Fehler zu machen. Vieles, was ich tue, hat Folgen für andere. Und die Angst, sich zu blamieren, weil diese Fehler ja in der Öffentlichkeit kommentiert werden.“ Die Quandt-Erbin schildert, wie schwer es war, Vertrauen in andere Menschen zu fassen: „Ich habe häufig genug den Fehler gemacht, mich Menschen zu öffnen, die dieses Vertrauen nicht verdient haben. Dann wird man zum Opfer. Das ärgert einen. Das tut weh. Und ich frage mich hinterher: Wie konnte das passieren?“

„Ich wehre mich jetzt im Namen aller Frauen“

Die Unternehmerin spricht auch erstmals über die Nazi-Vergangenheit der Quandts und die Aufarbeitung durch eine Historikerkommission. „Auf etwas Dunkles ist ein Licht geworfen worden“, sagt sie. „Das ist immer besser, als wenn es im Dunkeln seine Kraft entwickelt.

Susanne Klatten hat mit der FTD zum ersten Mal auch über die Affäre mit Helg Sgarbi und die Erpressung gesprochen: Warum sie ihn anzeigte – und wie es ist, mit solcher Gewalt an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden. „Das war ein Moment der Klarheit: Du bist jetzt Opfer, und du musst dich wehren. Ich wehre mich jetzt im Namen aller Frauen in meiner Familie und im Namen vieler anderer Frauen auch.“ Die Berichterstattung durch die Medien war für sie nicht einfach: „Da wird man ein zweites Mal zum Opfer.“

Hintergrund
Susanne Klatten – die ganze Geschichte lesen Sie auf drei Seiten in der Freitagsausgabe der FTD.

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