Diverses Tatort Tacho – Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Tatort Tacho - Augen auf  beim Gebrauchtwagenkauf

Tatort Tacho - Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Rund ein Drittel der Autotachos sind manipuliert. Der dadurch entstehende Schaden für Gebrauchtwagenkäufer geht jährlich in die Milliarden. Worauf Sie beim Autokauf achten sollten.

Sie nennen sich „Service-Rücksteller“, „Tacho-Justierer“ oder „Eicher“ und haben sich darauf darauf spezialisiert, die Codes der Elektronik zu knacken, sich mit dem Laptop am Auto-System einzuklinken und einfach per Tastatureingabe den Kilometerstand zu manipulieren. Das Geschäftsfeld hat Konjunktur. Rund ein Drittel der Tachos sind manipuliert, schätzen die Sachverständigen der Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug Überwachungsverein).

Wer heute einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte daher ganz genau hinsehen. Der ADAC vermutet, dass viele Gebrauchtwagenverkäufer ihr Fahrzeug durch Tachomanipulationen auf jung trimmen, um so einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. „Ein manipulierter Tachostand kann beim Verkaufspreis einen Unterschied bis zu 10.000 Euro machen“, sagt Jürgen Grieving vom ADAC. „Der dadurch entstehende Schaden für Gebrauchtwagenkäufer geht jährlich in die Milliarden.“

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Betroffen sind vor allem Autos der Baujahre 2000 und älter. Sie sind für Tacho-Justierer leichte Beute. Mittels Laptop und der nötigen Software kann der Kilometerstand in weniger als 15 Minuten je nach Geschmack nach unten verändert werden. Erst die seit 2001 produzierten Fahrzeuge lassen sich nur schwer manipulieren. Fast alle europäischen Hersteller speichern die Kilometerlaufleistung des Neuwagens nicht mehr nur im Tachometer, sondern zusätzlich auch in anderen Steuergeräten. Diese können in einer Vertragswerkstatt ausgelesen werden. Doch nicht alle Fahrzeughersteller ziehen hier an einem Strang. Vor allem Unternehmen aus Japan und Korea verzichten
auf mögliche Manipulationssicherungen.

Möchten Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens auf Nummer Sicher gehen, sollten Sie neben der genauen Überprüfung von Fahrzeugbrief und Serviceheft
einige Details beachten:

  • Überprüfen Sie TÜV- und ASU-Berichte sowie Reparaturrechnungen, die älter als drei Jahre sind hinsichtlich der Kilometerleistung. Verweigert Ihnen der Verkäufer diese Unterlagen, sind erste Zweifel angebracht.
  • Erkundigen Sie sich nach den Vorbesitzern. Diese können Ihnen dabei helfen, etwaige Lügen bei den Angaben des Besitzers aufzudecken.
  • Bestehen Sie darauf, dass im Kaufvertrag die tatsächliche Laufleistung und nicht nur der aktuelle Kilometerstand aufgeführt wird.
  • Inspizieren Sie die Verschleißteile. Abgenutzte Pedale, eine verschlissene Kupplung oder ein abgegriffenes Lenkrad sind Anzeichen dafür, dass der PKW mehr Kilometer auf dem Buckel hat als der Verkäufer behauptet. Vorsicht: Auch diese Teile können ausgetauscht sein.
  • Erhärtet sich der Betrugsverdacht, sollten Sie das Auto in einer
  • Vertragswerkstatt überprüfen lassen. Dort kann mit Diagnosesystemen oder Datenbanken häufig die Laufleistung nachvollzogen werden.

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