Diverses Tipps für das Kreditgespräch

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, wenn Unternehmer mit ihrem Kreditantrag in der Hand einem Vertreter ihrer Bank gegenüber sitzen. Wer in dieser Situation die richtigen Informationen liefern kann und ein schlüssiges Konzept hat, ist auf dem besten Weg, frisches Fremdkapital einzuwerben.

Doch auch die Zeit vor und nach dieser leibhaftigen Begegnung kann entscheidend sein. Hier die wichtigsten Punkte, die Unternehmer ihrem Kredit näher bringen.

Verlässlichkeit: Lassen Sie Ihre Kapitalgeber nicht wochen- oder monatelang auf Informationen warten. Sagen Sie Ihrem Steuerberater, dass Sie am Monatsanfang die Daten des Vormonats benötigen – auch wenn er bisher ein halbes Jahr gebraucht hat. Geben sie die Daten unaufgefordert und regelmäßig an ihre Kreditgeber weiter.

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Präzision: Liefern Sie harte Fakten wie Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Cashflow und Offene-Posten-Liste. So wissen Ihre Geldgeber immer, wie es um das Unternehmen steht und ob der vergangene Monat erfolgreich war.

Vorsicht: Eine Prognose über die wichtigsten Kennzahlen erfreut Geldgeber ebenfalls Aktualisieren Sie deshalb regelmäßig Finanzplan und Cashflow-Vorschauen für die kommenden Monate. Zusammen mit einigen klaren Worten zur Strategie beweisen Sie so vorausschauende Planung.

Übersicht: Zeigen Sie, dass ihre Wahrnehmung über das eigene Werkstor oder auch Büro hinausgeht. Nehmen sie aktuelle Entwicklungen ihrer Branche in die Berichte für ihre Bank auf. Denn nur wenn die Banken die Wettbewerbsbedingungen kennen, können diese Ihre Firma richtig einschätzen.

Sorgfalt: Prüfen Sie Ihre Berichte gewissenhaft auf Fehler, bevor Sie sie verschicken. Verlassen Sie sich nie auf sich allein – Lassen Sie mindestens eine weitere Person das Material lesen und durchrechnen. Denn nichts zerstört das Vertrauen Ihrer Kapitalgeber so schnell wie falsche Zahlen.

Verbindlichkeit: Bieten Sie Ihren Finanziers ausdrücklich ein persönliches Gespräch an. Ein kurzes Telefongespräch räumt Bedenken meistens schneller aus dem Weg als viele Zeilen Text. Dabei gilt allerdings: Finanzkommunikation ist Chefsache. Wichtige Gespräche mit Investoren führt die Geschäftsführung oder der Inhaber. Für die laufende Informationsübermittlung gibt es einen Verantwortlichen in der Firma.

Wer sich an diesen Tugenden der Finanzkommunikation orientiert erleichtert sich die Unternehmensfinanzierung. Denn Transparenz gegenüber Investoren kann mehr Geld zu günstigeren Konditionen bedeuten: Investoren, die wissen, worauf sie sich einlassen, stellen schneller und in größerem Umfang Kapital bereit. Und wenn sie die Risiken eines solchen Engagements einschätzen können, bieten die meisten auch günstigere Konditionen.
Darüber hinaus vergeben Banken oder Mezzanine-Kapitalgeber, die alle harten und weichen Firmendaten kennen, gute Noten. Diese können Türöffner für Anschlussfinanzierungen sein.

Bei all diesen Überlegungen hilft es, sich in die Perspektive der jeweiligen Bank zu versetzen.
Diesen ist meistens sehr wichtig, dass Unternehmer präzise beschreiben, welche Ziele sie sich gesetzt haben. Dazu gehört zum Beispiel auch die klare Identifikation potenzieller Fremd- und Eigenkapitalgeber, also alternativer Geldquellen. So hat die Bank nicht den Eindruck, dass man sich ganz auf sie verlässt.

Unternehmer machen sich in den Augen eines Investors zum professionellen Partner wenn sie darüber hinaus bedenken, dass verschiedene Kapitalgeber verschiedene Informationen auf verschiedenen Wegen bevorzugen. Zahlen können per Brief, Telefon, oder bei einem Besuch vermittelt werden. Einige zentrale Firmendaten sollten auch auf der Internetseite des Unternehmens zu finden sein.

Allgemein gilt schließlich: Ein guter Ruf hat noch keinem Unternehmen geschadet. Und konsequente Finanzkommunikation kann zur Basis eines positiven Images werden.

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