Diverses Transportern droht Tempolimit

Europas Autobauer sollen nach dem Willen des Europaparlaments ab 2014 Geschwindigkeitsbegrenzer in leichte Nutzfahrzeuge einbauen. Transporter wie Daimlers Sprinter dürften dann nur noch 120 Stundenkilometer fahren.

Ein entsprechender Antrag von Sozialdemokraten, Grünen und Linken fand am Donnerstag eine knappe Mehrheit im Industrieausschuss. „Ein Ende des gefährlichen Rasens der Transporter auf europäischen Straßen wird Unfälle verhindern und Sprit sparen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Rebecca Harms.

Die Abgeordneten wollen das Tempolimit in den Klimaauflagen für leichte Nutzfahrzeuge verankern, über das EU-Parlament und Mitgliedsstaaten derzeit verhandeln. Auf Europas Straßen sind Millionen Transporter und Lieferwagen unterwegs. Im Schnitt sondern sie auf jedem Kilometer 230 Gramm des klimaschädlichen Kohlendioxids ab – und sind damit laut Kommission für die dramatisch steigenden CO2-Emissionen im Straßenverkehr mitverantwortlich. Von den bereits beschlossenen EU-Grenzwerten für Autos, die ab 2012 verbindlich werden, sind die Kleinlaster bislang ausgenommen. Diese Lücke will die EU schließen. Zu den größten Herstellern von Kleinlastern gehören Daimler, Peugeot Citroën, Renault und Volkswagen.

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Die Regierungen müssen dem EU-weiten Tempolimit zustimmen. Der CDU-Abgeordnete Werner Langen sieht dafür kaum Chancen, weil die Kompetenz für Tempolimits allein bei den Mitgliedsstaaten liege. Streit gibt es auch um die CO2-Grenzen: Der Industrieausschuss will das von der Kommission für das Jahr 2020 angestrebte Ziel von 135 Gramm pro Kilometer auf 150 Gramm anheben. Der federführende Umweltausschuss stimmt im September ab. Danach sind schwierige Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten zu erwarten.

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