Diverses Transrapid – das wahre Drama für Deutschland

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik

Dirk Horstkötter: Ressortleiter Politik

Der mittägliche Kommentar auf impulse.de zu aktuellen Themen rund um den Mittelstand. Heute: Dirk Horstkötter, Ressortleiter Politik, zum Aus für den Transrapid in Deutschland - und zu den möglichen Folgen für die Wirtschaft.

Das Aus für den Transrapid in München ruft falsche Deuter und Propheten auf den Plan. Ist das Projekt an einer wachsenden Technologiefeindlichkeit im Land gescheitert, wie die FDP meint? Unsinn. Die Bürger haben nur keine Lust mehr, durch falsche Versprechen über die Kosten des angeblichen Zukunftssystems am Nasenring geführt zu werden. Läutet der Abschied vom Transrapid das Ende des Hochtechnologie-Standorts Deutschland ein? Unfug. Ein Schwebezug passte schon seit den achtziger Jahren nicht mehr wirklich in die Verkehrslandschaft.

Gleichwohl löst die Vollbremsung Erschütterungen aus – und diese werden über kurz oder lang auch den Mittelstand erreichen. Die beteiligte Industrie hat sich beim Transrapid gleich zweimal als unzuverlässiger Partner erwiesen. Erst das Desaster um die Referenzstrecke Hamburg-Berlin, nun in München. Es brennt sich ins Gedächtnis ein: Bei öffentlich-privaten Infrastrukturprojekten wie dem Transrapid will die Wirtschaft auf Staatskosten Reibach machen – und definiert dafür sogar die Grundrechenarten um.

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Für die an sich zukunftsweisende Idee, mit privat-staatlichen Kooperationen den Investitionsstau aufzulösen, heißt das nichts Gutes. Andere Staaten marschieren schon weit voran. Doch in Deutschland liegen unzählige gute – und vor allem seriös kalkulierte – Projekte auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene in den Schubladen. Meist sitzen mittelständische Firmen als Partner mit im Boot. Doch das gigantische Konjunkturprogramm lässt sich nur starten, wenn die Ministerialbürokraten grünes Licht geben. Die sind von jeher skeptisch, was die Einbeziehung von Privaten angeht. Sie werden das Transrapid-Fiasko zum Vorwand nehmen, ihre Vorurteile gegen die Wirtschaft zu pflegen.

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