Diverses Traumwohnung vom Fiskus

Wer in eine schöne denkmalgeschützte Immobilie investiert, kann eine kräftige Steuerersparnis einkalkulieren. Denn er darf die Kosten durch hohe Abschreibungen schnell bei der Einkommensteuer absetzen.

Das gilt selbst dann, wenn er
das Gebäude so aufwendig renoviert
und saniert, dass es
sich technisch um einen Neubau
handelt. Das hat vor Kurzem
der Bundesfinanzhof
entschieden
(BFH, Az.: X R
8/08).

Im Urteilsfall wurde
ein Fachwerkhaus entkernt.
Außerdem ließ der Bauherr
tragfähige Bauteile erneuern,
verstärken und neu gründen.
Dies alles schließt nach Ansicht
der Richter die Förderung
als Baudenkmal keineswegs
aus. Voraussetzung ist,
dass die Denkmalbehörde bestätigt,
dass die Aufwendungen
erforderlich sind. Diese
Bescheinigung ist dann als
sogenannter
Grundlagenbescheid
für das Finanzamt
verbindlich,
wenn sie keinen
Vorbehalt enthält.

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Das bedeutet: Die Abschreibung
von Investitionen in
Denkmäler ist mehr denn
je ein attraktives Steuersparmodell
– als Ausgleich dafür,
dass der Erhalt solcher Immobilien
teuer und nur unter
staatlicher Aufsicht möglich
ist. Wer etwa eine Jugendstilvilla
kauft, saniert und vermietet,
kann die Kosten über
nur zwölf Jahre komplett bei
den Mieteinkünften absetzen:
in den ersten acht Jahren je
neun Prozent, in den folgenden
vier Jahren je sieben Prozent
der Gesamtkosten. Die
Abschreibung für die Altbausubstanz
gibt es obendrauf. Pro Jahr sind es zwei oder
2,5 Prozent (Baujahr vor
1925) der Anschaffungskosten
des Gebäudes.

Davon können auch Firmenchefs
profitieren. Etwa wenn
sie Büros in einem Loft beziehen
oder die Verwaltung
ihres Industriebetriebs in ein
Denkmal ausgliedern.

Vorteilsrechnung: Ein Unternehmer kauft einen
denkmalgeschützten Altbau
für 200 000 Euro (ohne
Grundstückskosten). Er saniert
das Haus für 600 000 Euro
und vermietet die Wohnungen.
So rechnet sich die Investition
in den ersten zwölf Jahren –
mit und ohne Steuerförderung:

Frank Biermann ist Steuerberater bei der BDO Warentreuhand Hamburg

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