Diverses Treibjagd auf Firmen

Was Firmenchefs nervt, entwickelt sich für den Bundesfinanzminister zu einer Erfolgsstory. Seine Task-Force "Umsatzsteuer-Sonderprüfung" ist ausgesprochen produktiv. In Zahlen: 1500 Sonderprüfer holten im letzten Jahr bei mehr als 100.000 Firmenbesuchen über 1,8 Milliarden Euro für die Staatskasse herein - zusätzlich zu den normalen Umsatzsteuerprüfungen oder Mehrergebnissen der Steuerfahndung. Wie Unternehmer sich wehren.

Leitmaxime der Prüfer: schnell und ergiebig abkassieren. Aus früheren Fahndungsfällen haben sie ein Schema entwickelt, welche Firmen sie genau unter die Lupe nehmen wollen. Das wenden sie rigoros an, oft mit wenig Fingerspitzengefühl.

Besonders ärgerlich: Ausgerechnet Firmenchefs, die kräftig investieren, um Arbeitsplätze und Wachstum zu sichern, machen sich verdächtig und müssen mit oft unangemeldeten Besuchen rechnen. Sie werden mit lästigen und oft auch mit teuren Sonderprüfungen in den Schwitzkasten genommen. „Etwas finden die Prüfer praktisch immer“, erklärt Steuerberaterin Annette Darius aus dem rheinischen Hückelhoven. Weil das Umsatzsteuersystem kompliziert und damit fehleranfällig ist.

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Bleibt etwas unklar, verweigern die Finanzämter die Verrechnung von Vorsteuern – ein finanzieller Aderlass, der Firmen in den Ruin treiben kann. impulse zeigt, wie Firmenchefs ins Visier der Sonderprüfer geraten, wie sie Steuerrisiken minimieren und was zu tun ist, wenn die Beamten unangemeldet vor der Tür stehen.

Fakt ist indes auch: Es gibt ein gerüttelt Maß an Betrügereien im deutschen Umsatzsteuersystem. Eine Menge Geld geht dem Fiskus durch die Lappen. „Rund 16 Milliarden Euro“, schätzt das Münchner Ifo-Institut. Weil dubiose Firmen zu Unrecht Vorsteuer kassieren. Für Warenlieferungen, die niemals angekommen sind, oder für private Luxusgüter wie Yachten oder Wohnmobile, die angeblich vermietet werden sollen. Da tut Kontrolle zweifellos Not.

Was die Betrüger reizt, ist eine typisch deutsche Spezialität: Die Finanzämter zahlen einen Überschuss der Vorsteuer über die Umsatzsteuer sofort und in bar aus. Wenn etwa eine Firma ihre Vorräte massiv aufgestockt hat und die entsprechenden Umsätze erst später kommen.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 82, nachlesen.

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