Diverses Trügerische Erlebnisse

Trügerische Erlebnisse

Trügerische Erlebnisse

Es ist eng und finster, vorwärts kommt man nur auf allen vieren. Plötzlich aufragende Wände und energische Lautsprecherkommandos diktieren den Kurs. Was wie Spezialtraining für militärische Eliteeinheiten aussieht, erweist sich bei näherem Hinsehen aber als durchaus zivil. Das 100 Quadratmeter große unterirdische Labyrinth ist Teil des Tagungszentrums Ellernhof im norddeutschen Dahlenburg - wo Konzerne wie RWE ihre Führungskräfte schulen.

Außergewöhnliche Trainingsmethoden wie diese liegen im Trend. Die sinkende Nachfrage nach klassischen Workshops erzwingt immer extravagantere Ansätze. Und Chefs nutzen die Chance, ihre Mitarbeiter unter spektakulären Bedingungen auf mehr Effizienz und Teamfähigkeit zu trimmen.

Besonders beliebt: so genannte Outdoor-Seminare in Höhlen, Wüsten oder Seilgärten, auf schneebedeckten Bergen, unter Obdachlosen oder Orchestermusikern, auf Segelbooten oder mit Pferden. Auch Detektivspiele und Lach-Übungen stehen hoch im Kurs.

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„Das reine Klassenraum-Training ist vorbei“, bekräftigt Lutz von Rosenstiel, Professor für Wirtschaft- undOrganisationspsychologie an der
Universität München. Seminare müssten emotional ansprechen, betroffen machen, zum Handeln bewegen.
Von Rosenstiel: „Da bieten sich Erlebnissituationen in der Natur an.“

Ob Outdoor-Trainings tatsächlich dauerhafte Effekte erzielen können, ist indes heftig umstritten. „Alles Spielereien der Personalmanager“, kritisiert zum Beispiel Unternehmensberater und Bestsellerautor
Reinhard K. Sprenger. Und selbst wenn Stresssituationen das Gehirn für neue Lösungen öffnen, wie Psychotherapeutin Christine Lehner aus Ammerthal argumentiert: Wissenschaftliche Belege, dass derlei Erfahrungen in den Geschäftsalltag transferiert werden, sind nicht in Sicht.

Ausgewählte Anbieter von Outdoor-Trainings

Den kompletten Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2004, Seite 60, nachlesen.

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