Diverses Tschüss Deutschland!

Erstmals übersteigt die Zahl der deutschen Auswanderer die der Heimkehrer. Vor allem die junge Elite kehrt der Heimat den Rücken. Vielen Unternehmen droht ein Aderlass.

„Jeder, der geht, ist einer zu viel“, stöhnt Jürgen Dillmann, Geschäftsführer beim Druckmaschinenbauer Müller Martini in Baden-Württemberg. Der Chef von 211 Mitarbeitern hat in den vergan­genen Monaten vor allem hoch spe­zialisierte Maschinenführer in die Schweiz verloren. „Wenn ein Mitarbeiter kündigt, bedeutet das für uns einen erheblichen Verlust“, erklärt Dillmann. „Denn der Arbeitnehmer nimmt viel Wissen und Erfahrung mit. Bis man das aufgefangen hat, vergehen im Schnitt zwölf Monate.“

Der Grund für den Treck gen ­Süden: In der benachbarten Schweiz sind die Bruttolöhne höher. Und die Steuern deutlich niedriger. Wagt ein erfahrener Maschinenführer den Sprung über die Grenze, kann er mit einem Plus von bis zu 1000 Euro im Monat rechnen. Inzwischen pendeln beinahe 90000 Deutsche tagtäglich zur Arbeit in die Schweiz.

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Fatale Trendwende

Immer mehr Deutsche aber verlassen ihr Heimatland ganz, und immer weniger kommen zurück: Zum ersten Mal seit Beginn der Zählung im Jahr 1991 verzeichnet Deutschland eine negative Wanderungsbilanz. 132000 Landsleute brachen in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres ihre Zelte in der Heimat ab, im gleichen Zeitraum kamen nur 119000 zurück. Dabei erfasst die Statistik nur die offiziell erfolgten Abmeldungen – Schätzungen zufolge könnten noch einmal 100000 nicht registrierte Auswanderungen dazukommen. Alarmierend: Vor allem die besonders Motivierten und gut Ausgebildeten sagen „Tschüss Deutschland“ – fast die Hälfte der Reisewilligen ist unter 30, jeder fünfte Rückkehrer dagegen bereits über 50. „Der Exodus bedroht die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, warnt kein Geringerer als Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2006, Seite 26, nachlesen.

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