Diverses Ungebremster Abschwung im Handwerk

Weniger Aufträge, wegbrechende Arbeitsplätze, die Krise im deutschen Handwerk hält an. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks legt heute seinen Herbstbericht zur Konjunktur vor.

2002 muss das Handwerk nun auch offiziell abschreiben. Sein Dachverband
zieht eine ernüchternde Bilanz: Der Umsatz ging um fast 4,5 Prozent zurück,
bis Jahresende fallen fast 300.000 Arbeitsplätze weg.
Weniger Konsum und
ausbleibende Investitionen, selbst die sonst übliche saisonale Belebung
während der Sommermonate blieb fast gänzlich aus. ZDH-Generalsekretär
Hanns-Eberhard Schleyer moniert: „Seit der Wiedervereinigung war das
Geschäftsklima noch nie so schlecht.“ Rund 43 Prozent der westdeutschen und
rund 48 Prozent der ostdeutschen Betriebe sind von starken Umsatzeinbußen
betroffen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Die Abwärtsspirale wird sich
nach Angaben des Verbandes auch im kommenden Jahr weiter nach unten drehen:
Für 2003 erwartet der ZDH beim Umsatz ein Minus zwischen eins und drei
Prozent, wodurch wiederum bis zu 300.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.

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Düstere Aussichten, aber beinahe noch schöngerechnet. Denn die Zahlen können
sich laut ZDH noch weiter verschlechtern. Die jüngsten Koalitionspläne seien
in der Umfrage unter rund 22 000 Handwerksbetrieben noch nicht
berücksichtigt. Angesichts der politischen Entscheidungen der vergangenen
Wochen befürchtet der ZDH sogar, dass sich die Einschätzung des
Geschäftsklimas weiter verschlechtern wird. „Das sogenannte
Steuervergünstigungsabbau-Gesetz, das heute vom Kabinett verabschiedet wird,
ist eine Mogelpackung“, so Schleyer. „Ziel des Gesetzes ist es, schlicht
mehr Steuern einzutreiben. „Bereits im kommenden Jahr werde die deutsche
Wirtschaft mit rund 3,6 Milliarden Euro belastet, rechnet Schleyer vor.

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