Diverses Unternehmer und ihre Museen

Unternehmer und ihre Museen - das ist ein Thema mit zahlreichen Facetten. Es gibt mannigfaltige Gründe für einen Unternehmer, sich als Museumsgründer oder -betreiber zu betätigen: die Lust an der öffentlichen Wirkung, die Verwirklichung eines Hobbys, soziale Verantwortung. Kunst ist ein bevorzugtes Thema für Unternehmer-Museen, oft aber ist es auch die eigene Branche.

Neben den international bekannten Namen wie Burda, Würth und Pinault gab und gibt es zahlreiche Mittelständler, die sich als Museumsgründer oder -finanziers profiliert haben.

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Carlo Giersch, Gründer von Spoerl Electronic in Dreieich, spendierte beispielsweise der Stadt Frankfurt im Jahr 2000 das Museum Giersch. Das Ausstellungshaus in einer Villa am Main zeigt regelmäßig Wechselausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte des Rhein-Main-Gebiets.

Ein international agierender Museumskomplex sind die Reiss-Engelhorn-Museen (kurz: rem) in Mannheim, die auf über 11.000 Quadratmetern Ausstellungen zur Kunst und Kulturgeschichte zeigen und über mehr als eine Million Ausstellungsstücke verfügen. Wichtigster Finanzier ist Curt Engelhorn, ehemaliger Chef von Boehringer Mannheim und Urenkel von BASF-Mitbegründer Friedrich Engelhorn, der zugesagt hat, innerhalb von zehn Jahren 20 Millionen Euro Stiftungskapital zur Verfügung zu stellen. Dieses Engagement in Sachen Kunst hat Tradition in Deutschland.

Ludwig Roselius (1874 bis 1943), Erfinder von Kaffee Hag, baute in Bremen ein Museum für seine Sammlung der Werke von Paula-Becker-Modersohn.

Die Stadt Köln verdankt ihre außerordentlichen Kunstschätze zum größten Teil der Großzügigkeit von bürgersinnigen Unternehmern: von Franz Wallraf (1748-1824) und dem Kaufmann Johann Heinrich Richartz (1795-1861) im Rahmen des Wallraf-Richartz-Museums, über das Schokoladefabrikanten-Ehepaar Peter und Irene Ludwig (Trumpf, Mauxion) mit dem Museum Ludwig bis hin zum Unternehmer Gérard Corboud (Dom-Sicherheitstechnik), dessen Sammlung das Wallraf-Richartz-Museum bereichert.

Auch die Stadt Schweinfurt ist durch die Kunstgaben der Familie Schäfer (ehemals Kugelfischer) mit dem Museum Georg Schäfer zu einem führenden Museumsstandort geworden.

Häufig aber betätigen sich Unternehmer auch als Museumsgründer in eigener Sache. So gründete der Mundwasserfabrikant Karl August Lingner („Odol“) im Jahre 1912 in Dresden das Deutsche Hygiene-Museum, das es – nach wechselvoller Geschichte – auch heute noch gibt.

Das dem deutschen EDV-Pionier gewidmete Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn bietet eine Zeitreise durch 5000 Jahre Informationstechnik.

Im Jahr 2006 wurde in Gütersloh das Miele-Museum wiedereröffnet.

1955 gründete Willy Eiselen, der eine Backmittel-Produktion unter dem Namen „Ulmer Spatz“ aufgebaut hatte, das Brotmuseum in Ulm, bis heute wird es von seinem Sohn Hermann weitergeführt.

Hans Wall, der mit seiner Kombination aus Stadt-Möblierung und Werbung eine alte Branche neu geschaffen hat, will seinem geistigen Ahnherrn Ernst Theodor Amandus Litfaß, dem Erfinder der gleichnamigen Säule, ein Museum widmen. Zunächst muss noch der passende Raum gefunden werden, heißt es aus der Berliner Unternehmenszentrale.

Um einen Fall von Überkompensation handelt es sich offensichtlich bei dem Unternehmer Georg Höltl, der mit den vom ihn entwickelten „Rollenden Hotels“ ganze Generationen abenteuerlustiger Zeitgenossen durch ferne Länder transportiert hat. In heimatlichen Gefilden betreibt er heute das Museumsdorf Bayerischer Wald und das

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