Diverses Urlaubsgeld wird erst bei Urlaub fällig

Arbeitnehmer, die lange krankgeschrieben sind und darum keinen Urlaub machen können, müssen sich gedulden: Tarifliches Urlaubsgeld erhalten sie erst, wenn sie ihre Ferien nachholen, hat das Bundesarbeitsgericht entschieden.

Wer die lang geplanten Sommerferien mit Sommergrippe im Krankenbett verbringt, verpasst nicht nur den Urlaub: Er muss auch warten, bis er tariflich vereinbartes Urlaubsgeld erhält.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat jetzt entschieden: Urlaubsgeld muss erst gezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub antritt (Az.: 9 AZR 477/07). Bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz darf der Arbeitnehmer die Ferien schließlich nachholen – und dann erhält er auch das Geld.

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Im Fall vor dem BAG war der Kläger über ein Jahr krankgeschrieben und hatte seitdem keine Ferien gehabt. Dennoch wollte er für diese Zeit schon einmal das Urlaubsgeld bekommen. Die BAG-Richter wiesen die Klage ab. Sie stellten aber klar, dass der Arbeitnehmer den Anspruch auf Urlaub und Urlaubsgeld behält.

Das BAG-Urteil steht in einer Reihe von Entscheidungen, mit der das oberste Arbeitsgericht Urlaubsansprüche von Arbeitnehmern in Stein meißelt: So folgte das BAG im März in Sachen Urlaub einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs und befand, dass Ansprüche auf Abgeltung von Urlaub in Geld nicht erlöschen, wenn der Arbeitnehmer mehrere Monate bis zum Ende des Urlaubsjahres oder des Übertragungszeitraums krank ist.

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