Diverses Verbraucher gehen pessimistischer ins neue Jahr

Das Weihnachtsgeschäft läuft zwar besser als erwartet, doch 2010 soll das Konsumklima sich wieder verschlechtern. Vor allem hohe Gas- und Ölkosten verhindern teure Anschaffungen. Laut GfK gibt es aber Licht am Horizont.

Die Verbraucher gehen mit gedämpfter Kauflaune ins neue Jahr: Das Konsumklima trübt sich im Januar zum dritten Mal in Folge ein, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag mit. Der Indikator gab um 0,3 auf 3,3 Punkte nach; von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit 3,5 Zählern gerechnet.

Insbesondere die Bereitschaft zum Kauf von Möbeln oder für ähnlich große Anschaffungen nahm deutlich ab. Die Erwartung steigender Preise bei Energieträgern wie Öl und Gas wirke als Konsumbremse, schrieben die Experten. Die Einkommenserwartung verbesserte sich zum Jahresende zwar deutlich. Dennoch dürfte der private Konsum im nächsten Jahr auf der Stelle treten und damit als Konjunkturstütze ausfallen, warnten die Forscher.

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Weihnachtsgeschäft erfolgreich

Da bei vielen Bürgern Unsicherheit über die Entwicklung am Arbeitsmarkt vorherrscht, ist auch die Sparneigung zum Ende des Jahres spürbar angestiegen. „Das belastet das Konsumklima zusätzlich“, sagt GfK-Marktforscher Rolf Bürkl. 2009 hatten die Bürger der Krise getrotzt und laut Prognose den Konsum um rund 0,5 Prozent angekurbelt. Damit wurde der private Konsum zu einem Stabilitätsanker der Wirtschaft, die durch drastisch wegbrechende Aufträge im Exportsektor arg gebeutelt wurde.

Am vierten Adventswochenende und in der Woche zuvor waren die Geschäfte so voll wie zu keiner Zeit in diesem Advent. Das ergab eine am Sonntag in Berlin veröffentlichte Trendumfrage des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). „Die Einzelhändler freuten sich in der zurückliegenden Woche über das bisher beste Weihnachtsgeschäft in dieser Adventszeit“, sagte HDE-Vize-Sprecherin Ulrike Hörchens.

Die Umsätze lagen demnach über denen der schwachen Vorwoche und im Schnitt deutlich über der Vorjahreswoche. „Der Samstag konnte zwar die hohen Erwartungen nicht überall erfüllen, lag im Großen und Ganzen aber immer noch über dem Vorjahr“, sagte Hörchens. „Besonders bei den Modehändlern ließen kaltes Wetter und Schnee die Kassen klingeln.“ Mit Handschuhen, warmen Strickpullovern, Mänteln und Jacken rüsteten sich viele Kunden an diesem Wochenende für das eisige Winterwetter.

Die Verbraucher gehen zum Jahresende davon aus, dass sich der moderate Erholungsprozess im kommenden Jahr fortsetzen könnte. Zudem erhofften sich die Bürger offenbar durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz ab 2010 Entlastung in ihrem Portemonnaie. So können beispielsweise Familien mit steigendem Kindergeld und einem höheren Kinderfreibetrag rechnen.

Moderater Erholungsprozess

Hinzu kommt aus Sicht der Nürnberger Forscher, dass der intensive Preiskampf im Handel zusätzliche Impulse für die Einkommensstimmung liefert. Die Bürger sehen die Aussichten für die Konjunktur wieder etwas optimistischer. Der entsprechende Index stieg um 0,8 Punkte auf 1,7 Zähler. Damit liegt er mehr als 34 Punkte über dem Vorjahreswert: „Die Verbraucher gehen davon aus, dass sich der moderate Erholungsprozess der deutschen Wirtschaft auch im kommenden Jahr fortsetzen wird“, sagt Bürkl.

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