Diverses Verluste optimal nutzen

Seit ihre Steuerjuristen das Urteil gründlich studiert haben, atmen die deutschen Finanzminister durch. "Es hätte deutlich schlimmer kommen können", kommentiert der bayerische Kassenwart Kurt Faltlhauser die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Verfahren Marks & Spencer. Der britische Handelskonzern hatte dafür gestritten, dass Verluste von Tochtergesellschaften im Ausland mit Gewinnen zu Hause Steuer sparend verrechnet werden dürfen - und zwar ohne jede Einschränkung.

Das hätte allein den deutschen Fiskus bis zu 50 Milliarden Euro kosten können. Doch so teuer wird es nicht. Denn der EuGH machte Abstriche: Unternehmer dürfen zwar rote Zahlen von Tochterfirmen im EU-Ausland jetzt auch im Inland ausgleichen. Allerdings nur dann, wenn der Verlustausgleich vor Ort unmöglich ist (Aktenzeichen C-446/03). „Damit haben die Luxemburger Richter engere Grenzen gesetzt, als erwartet“, erläutert Steueranwalt Klaus Eicker von Ernst & Young in München.

Gleichwohl eröffnet das Urteil auch deutschen Konzernen und mittelständischen Unternehmen im Auslandsgeschäft neue Möglichkeiten beim Verlustausgleich. Am besten dran sind die Firmen in Ländern, in denen sie die roten Zahlen nur ein paar Jahre ansammeln müssen. Erwirtschaftet die Tochtergesellschaft in dieser Zeit keinerlei Gewinn, spart der gesamte Verlustvortrag anschließend in Deutschland kräftig Steuern.

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Aus Ländern mit zeitlich unbegrenztem Verlustvortrag lassen sich dagegen keine roten Zahlen nach Hause schicken. Dort sind Verluste so lange zu addieren, bis die Tochterfirma irgendwann schwarze Zahlen schreibt. Erst wenn der Firmenchef die Filiale schließt, kann er dem Finanzamt hier zu Lande ferne Verluste präsentieren. impulse zeigt, was jetzt möglich ist und womit die Firmen rechnen müssen.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2006, Seite 122, nachlesen.

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