Diverses Vermögen auf Zeit

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Für den Mittelstand ist es die wichtigste Finanzierungsalternative: Das Leasing. Die Branche selbst boomt - und Grenzen gibt es inzwischen kaum noch: Selbst wilde Tiere gibt es als Leasing-Objekt. impulse zeigt, warum Mittelständler profitieren können.

Am Ende war sie ein Politikum: Die Pferdestaffel der Polizei in Nordrhein-Westfalen. 2003 hatte die damals SPD-geführte Landesregierung das Budget für die berittenen Polizisten gestrichen. Nach massiven Protesten und Bürger-Petitionen führte CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sie wieder ein. Geld war zwar immer noch keins da, aber Rüttgers nahm sich bei der Finanzierung ein Beispiel an vielen mittelständischen Unternehmen – er leaste die Pferde.

Das Beispiel zeigt: Leasen lässt sich so gut wie alles. Deutsche Leasing-Gesellschaften haben schon Geschäfte mit weißen Tigern oder Löwen gemacht. „Es hat gedauert, bis die Eigentumsmentalität in Deutschland überwunden war“, sagt Arno Städtler, Leasing-Experte am Münchner Ifo-Institut. „Aber Leasing hat sich nun endgültig durchgesetzt.“

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wichtigste Finanzierungsalternative

In den vergangenen Jahren ist die Leasing-Branche stetig gewachsen: 2007 wurden Waren im Wert von über 57 Milliarden Euro gestemmt, 24 Prozent aller Ausrüstungsinvestitionen wurden geleast. „Leasing ist die größte Finanzierungsalternative“, sagt Friedhelm Westebbe, Chef des Branchenverbands BDL. „In den nächsten fünf bis zehn Jahren rechne ich damit, dass die 30-Prozent-Marke durchbrochen wird“, sagt der Leasing-Experte.

Die Geschäfte laufen im Prinzip immer gleich ab: Der Leasing-Nehmer, etwa ein Unternehmen, mietet sich eine Maschine bei einem Leasing-Geber. Dafür zahlt er dem Leasing-Geber eine Rate, die die Kosten für Herstellung, Finanzierung, Versicherung und einen Gewinnaufschlag umfassen.

Leasen ist einfacher

Besonders verbreitet ist Leasing im Mittelstand, etwa in der Druckindustrie. So least das Frankfurter Unternehmen Colour Connection, ein auf kleine Druckauflagen ausgerichteter Digitaldruck-Spezialist, alle Drucksysteme. Die letzte Anschaffung war zwar eine kleine, aber auch die hat Geschäftsführer Ralph Hadem geleast: Ein Stanzsystem im Wert von 10.000 Euro. 36 Monate lang zahlt er 293 Euro als Leasing-Rate, danach kann Hadem die Maschine kaufen – Restwert von fünf Prozent.

„Eine Maschine zu leasen ist für uns einfacher als sie mit einem Bankkredit zu finanzieren“, sagt Hadem. Bei einer Fremdfinanzierung mache die Bank eine Bewertung nach Basel II und verlange Sicherheiten – die Maschine selbst wird nicht als Gegenwert akzeptiert.

Auch die Karosseriewerke Dresden (KWD) setzen bei der Anschaffung von Maschinen auf Leasing. Der Vorteil laut Geschäftsführer Konrad Laurer: „So müssen wir nicht auf einen Schlag eine große Summe auf den Tisch legen.“ Mit der klassischen „Asset-Finanzierung“ zahlt KWD regelmäßig Raten für die Benutzung der Ausrüstung. Die bestehende Pressenstraße des Unternehmens hat KWD gegen Leasing-Raten überholen lassen. Im Gegensatz zum klassischen Leasing werden gebrauchte Geräte dabei lediglich modernisiert.

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