Diverses Vermögensteuer schadet Mittelstand

Unter einer neuen Vermögensteuer würde vor allem die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes leiden, so die Uni Mannheim in einer aktuellen Berechnung.

Die SPD-geführten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wollen ab dem Jahre 2004 die Vermögensteuer mit einem Satz von einem Prozent wieder einführen. Auch wenn dabei zahlreiche Freibeträge wie

  • 300.000 Euro/ 600.000 Euro für Alleinstehende/Ehepaare
  • 200.000 Euro für jedes Kind
  • 2,5 Millionen Euro für Betriebsvermögen
  • 80 Prozent der Verkehrswerte für Grund- und Betriebsvermögen

gelten sollen, viele Unternehmen müssten mit höheren Steuern rechnen. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch vorgestellte Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Mannheim.

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So stiege die Steuerbelastung für ein Unternehmen der Bauindustrie – aufgrund der schlechten Ertragslage in der Branche – um fast 25 Prozent. Eine Firma des verarbeitenden Gewerbes müsste mit 3,4 Prozent mehr Abgabenbelastung rechnen. Am wenigsten würde die Vermögensteuer den Verkehrssektor treffen. Die Unternehmen dieser Branche müssten 0,6 Prozent mehr Steuern bezahlen.

„Unter der Vermögensteuer würden vor allem Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote leiden“, so Gerd Gutekunst, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim ZEW und einer der Autoren der Studie. Das Institut befürchtet deshalb eine stärkere Belastung junger, innovativer Unternehmen, die mit einer hohen Eigenkapitalausstattung starten.

Für mittelständische Unternehmer ebenfalls wichtig. Neben der Belastung des Firmenvermögens kommt es auch auf das private Vermögen an, dass der Gesellschafter seinem Unternehmen zur Verfügung stellt. Bezieht man die Anteilseigner mit ein, würde sich dann die Steuerbelastung in der gewerblichen Wirtschaft um 8,5 Prozent erhöhen. „Trotz vorgesehener höherer Freibeträge, würden mittelständische Unternehmen noch stärker belastet als Personengesellschaften“, so Gerd Gutekunst.

Abnehmende internationale Attraktivität

Eine erneute Einführung der Vermögensteuer würde die Entlastungen durch das Steuersenkungsgesetz aus dem vergangenen Jahr deutlich kompensieren. Und für eine internationale Wettbewerbsfähigkeit würde sich weiter verschlechtern. Denn in den 15 Mitgliedsstaaten der Union unterliegt keine Kapitalgesellschaft der Vermögenssteuer.

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