Diverses Viele Rechnungen bleiben offen

Insgesamt mussten deutsche Unternehmen im vorigen Jahr gegen 1,4 Millionen Schuldner gerichtlich vorgehen. Starke Zuwächse gab es vor allem in Bayern, Brandenburg und Berlin.

Die Zahlungsmoral deutscher Konsumenten habe im vorigen Jahr deutlich abgenommen, lautet das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Bundesweit gab es 96.000 gerichtliche Zwangsmaßnahmen mehr als 2001. Damit stieg die Zahl der Klagen um 7,2 Prozent. In Brandenburg sogar um ein Viertel, in Bayern und Berlin um mehr als 16 Prozent.

Hauptgrund: Die aktuelle Wirtschaftsflaute und damit das Ende der fetten Jahre. Viele Konsumenten haben in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt und auf Raten gekauft. Konjunktur haben jetzt nur noch die Gerichtsvollzieher: So musste das Oberlandesgericht in München seit 1999 insgesamt 54 neue Schuldeneintreiber einstellen. Deren Arbeit zur Zeit allerdings oft vergebens ist: Denn auch mit Zwangsmaßnahmen ist bei vielen Schuldnern nichts mehr zu holen.

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Vor allem Handel und Handwerk waren in 2002 betroffen – und folgten nicht selten den säumigen Zahlern in die Insolvenz. Eine Besserung ist erst ab 2004 zu erwarten. Der traurige Grund: Kaufzurückhaltung. Wer nichts kauft, macht auch keine Schulden.

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