Diverses Vieles beschlossen, wenig finanziert

Treffen ohne nennenswerte Ergebnisse: der Bildungsgipfel in Dresden

Treffen ohne nennenswerte Ergebnisse: der Bildungsgipfel in Dresden© dpa

Dass die Kanzlerin den Bildungsgipfel als "Riesenschritt in Richtung Bildungsrepublik" bezeichnet hat, kann impulse-Redakteur Reinhard Klimasch nicht verstehen. Im Gegenteil: Er beschreibt das Treffen von Bund und Ländern in Dresden als Flop. Denn: Wichtige Entscheidungen haben Merkel und Co einmal mehr aufgeschoben.

Das Gipfeltreffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten war ein Flop. Er hat nur verfestigt, was eigentlich überwinden werden sollte: Anspruchsdenken und Streit um Kompetenzen zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. Noch schlimmer: Um verbindliche Zusagen zur Finanzierung der notwendigen Investitionen in den nächsten Jahren haben sich alle Beteiligten herumgedrückt. Was zu tun ist, stand bereits vor dem Bildungsgipfel weitgehend fest: Kinderbetreuung und Ganztagsschulen ausbauen, Anteil der Hochqualifizierten an der Bevölkerung steigern, Zugang zu Hochschulen für bestimmte Gruppen erleichtern, neue und bessere Studienplätze schaffen.

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Das kostet. Immerhin hat man sich darauf verständigt, die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 von der derzeit 8,7 auf 10 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen. Wer aber konkret an welcher Stelle wie viel Geld zusätzlich ausgeben soll, bleibt vorerst offen. Zu befürchten ist, dass Finanzierungsfragen mal wieder auf die lange Bank geschoben werden. Das ist kurzsichtig. Bund und Länder mauern aus vielerlei Gründen. Auch weil sie übersehen, dass die Investitionen von heute auf mittlere und längere Sicht Kosten sparen und zusätzliche Einnahmen bringen. Je besser etwa Kindergärten und Schulen heute arbeiten können, desto weniger muss später für Schulabbrecher und Nachqualifizierung berappt werden. Und je mehr hochqualifizierte Jahrgänge demnächst ins Berufleben einsteigen, desto besser ihr Beitrag zur Wertschöpfung.

Heißt: Der Bildungsgipfel sollte schleunigst seine Hausaufgaben machen. Denn Bildungsreformen sind ein lohnendes Investitionsprogramm.

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