Diverses Virtuelle Marktplätze im Kommen

Die Deutsche Bank Research hat die Bedeutung virtueller Marktplätze für Maschinenbau und Autoindustrie analysiert. Hier die vier wichtigsten Erkenntnisse.

Die Deutsche Bank Research hat die Bedeutung virtueller Marktplätze für Maschinenbau und Autoindustrie analysiert. Die vier wichtigsten Erkenntnisse hier auf einen Blick:

1. Für den Maschinenbau sind horizontale und vertikale Marktplätze von zunehmender Bedeutung. So nutzen Maschinenbauer horizontale Marktplätze für den Handel mit indirekten, branchenunabhängigen Gütern, und zwar zur Beschaffung von sog. MRO-Gütern (Maintenance, Repair, Operations) und Büroartikeln. Durch die Einschaltung horizontaler Marktplätze kommt es zu einem Einsparpotenzial bei den Prozesskosten von 10 bis 30%.

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2. Der Maschinenbau bedient sich vertikaler Marktplätze für den Handel mit direkten und branchenspezifischen Gütern. Schätzungen zufolge ermöglichen vertikale Marktplätze ein Einsparpotenzial bei den Produktkosten direkter Güter bis zu 10%. Dabei ist zu beachten, dass 10% niedrigere Produktkosten, je nach Unternehmen, zu einer Senkung der Gesamtkosten um bis zu 6% führen. Grundsätzlich sind die Serien- bzw. Massenprodukte des Maschinenbaus (z.B. einfache Kugellager, Pumpen oder Werkzeuge) besser für virtuelle Marktplätze geeignet als komplizierte Spezialmaschinen (u.a. High-Tech-Textil-, Papier- oder Druckmaschinen).

3. Die Automobilindustrie zählt zu den Branchen, in denen sich der elektronische Handel zwischen Unternehmen recht erfolgreich etabliert hat. Maßgeblich dafür ist die im Vergleich zu anderen Branchen oligopolistische Marktstruktur in der Automobilindustrie, welche die Gründung von branchenspezifischen Marktplätzen begünstigt. Ein weiterer Grund für ihre relativ hohe Bedeutung ist die Tatsache, dass die elektronische Vernetzung zwischen Zulieferern (darunter auch aus dem Maschinenbau) und Autofirmen schon vor dem Internet-Hype sehr stark ausgeprägt war.

4. Der Kostendruck wird durch den Einsatz von elektronischen Marktplätzen in der sehr wettbewerbsintensiven Automobilindustrie noch verschärft – vor allem bei standardisierten Gütern. Beispielsweise lassen sich durch Online-Auktionen die Einkaufspreise um bis zu 15% reduzieren. Dagegen steht bei komplexeren Produkten, die gegebenenfalls gemeinsam entwickelt werden, die Partnerschaft zwischen den beteiligten Unternehmen stärker im Vordergrund. Ferner spielen bei komplexeren Gütern für die Auswahl des Lieferanten auch andere als preisliche Aspekte eine Rolle. Dazu zählen vor allem Qualitätsniveau, Innovationsfähigkeit, Termintreue sowie der After-Sales-Service der Unternehmen.

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