Diverses Von Kafka und Suppen

In den meisten Kochbüchern kommt eine Zutat zu kurz: die Sprache. Mark Crick, Newcomer-Autor aus London, jongliert in seinem Erstlingswerk "Die Suppe des Herrn K." mit literarischen Stimmen unterschiedlicher Tonlagen. Und verwandelt 15 Rezepte, vom Käsetoast bis zum Coq au Vin, in bissfeste Parodien auf große Werke der Literaturgeschichte.

Das „Unterheben teigiger Massen“ oder Dinge, die „bei Oberhitze Blasen werfen“ – solche Beschreibungen sind in zahlreichen Kochbüchern zu finden. Das klingt irgendwie unappetitlich. Und geht auch anders.

Getreu dem Motto „Das Auge liest mit“ hat sich der britische Parodist Mark Crick aufgemacht, mit einer reichhaltigen Auswahl an Gerichten die Kochlust zu wecken – und zugleich die vollständige Geschichte der großen literarischen Werke von der Antike zur Moderne zu servieren.

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So darf beispielsweise Thomas Manns bislang unveröffentlichte Novelle über den Expressionisten von Rohrbach und dessen beinahe göttliche Offenbarung dank Schweizer Rösti nicht fehlen – ebenso wenig wie Homer und seine Ode an das gebratene Kaninchen. Darüber hinaus lässt Crick die Kunstgeschichte der Welt – von griechischen Amphoren bis zu Andy Warhols Dosen – anhand von 15 bestechenden Fälschungen Revue passieren. Ein köstliches Buch – in doppelter Hinsicht.

Die Suppe des Herrn K.

Eine vollständige Geschichte der Weltliteratur in 15 Rezepten

Karl Blessing Verlag

ISBN-10: 3-89667-313-0

12 Euro

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