Diverses Von Sigmund Freud bis Alice Cooper

Sie werde es nicht glauben: Aber an diesem Wochenende haben Sie frei! Wie - was soll das heißen? Ganz einfach: Es gibt dieses Mal keinen Wochenendtipp. Dafür gibt es am Montagabend eine Rocklegende in Bonn.

Setzten Sie sich am Wochenende vor die Glotze, gucken Sie sich Fußball an, gehen Sie früh ins Bett, essen und trinken Sie gesunde Sachen – und entspannen Sie sich.

Und diese Entspannung werden Sie brauchen – denn am Montagabend gegen 19 Uhr müssen Sie in Bonn auf dem Museumsplatz sein. Genau – Sie haben richtig gehört: Bonn, dieses idyllisch verschlafene Nest am Rhein. Ich weiß, ich weiß – Witze über Bonn gibt es wie Sand am Meer. („Das einzig gute an Bonn ist: es liegt direkt am Bahnhof hahaha“). Warum gerade in die ehemalige Bundeshauptstadt wollen Sie jetzt wissen. Ganz einfach: weil dort Alice Cooper spielt.

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Richtig, das ist dieser durchgeknallte alte Mann, der jahrzehntelang mit einer Schlange um den Hals und einer Whiskeyflasche in der Hand über die Bühne torkelte, sich dabei in Zwangsjacken stecken ließ, in Särgen ein kurzes Nickerchen hielt, um sich dann mit einer Guillotine zu enthaupten – und am Ende im weißen Frack seine Auferstehung feierte.

Bis auf den Umstand, dass der mittlerweile 62jährige Altmeister schon seit Jahren trocken ist, zelebriert er den restlichen – oben beschriebenen Blödsinn – immer noch genussvoll bei jedem Auftritt. Was aber eigentlich nebensächlich ist. Das wichtigste sind diese unglaublichen Trash-Hits die er immer noch durch die Lautsprecher bläst bis Ihnen der Draht aus der Mütze springt. Ob „School’s Out“, „Elected“, „Under may Wheels“, “ No More Mr. Nice Guy“, „Billion Dollar Babies“ oder wie sie alle heißen.

Und dann kommt Ihr Einsatz: Sie müssen natürlich „School’s Out“ und alles andere was Sie textlich noch auf die Reihe kriegen, mitgröhlen – so als hätten Sie am Montag tatsächlich Ferien bekommen. Am besten ziehen sie sich vorher noch irgendeine abgeschabte Motorradjacke an – im schlimmsten Fall leihen Sie sich dieses Requisit von Ihren Kindern.

Natürlich ist das ein alberner Vorschlag. Aber machen Sie doch einfach mal wieder etwas Unvernünftiges! Das Leben besteht schließlich nicht nur aus wohldurchdachten Überlegungen. Gucken Sie sich doch mal Leute wie Guido Westerwelle an – der macht jeden Tag nur Unvernünftiges und hat auch kein schlechtes Gewissen.

Wenn Sie dann am nächsten Morgen das idyllische Bonn wieder verlassen und den Refrain „Schoooooooooooooool’s out, for summer, schooooooooooooooooool’s out forever“ nicht mehr aus den Ohren kriegen, wissen Sie warum Sie am Abend vorher alles richtig gemacht haben, Falls Ihnen dieses Glücksgefühl unheimlich ist, gehen Sie in die nächste Bibliothek: leihen Sie sich ein paar psychologische Standardwerke – zum Beispiel von Sigmund Freud oder Erich Fromm aus. Dort schlagen Sie dann unter „Regression“ nach. Und wenn das auch noch nicht hilft, dann laden Sie sich einfach „Hurra, hurra die Schule brennt“ von Extrabreit auf den Walkman.

Also bis Montagabend!

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