Diverses Vorsicht vor der Haftungsfalle

Konzerne lassen sich durch eigene Rechtsabteilungen vor Schadenersatzansprüchen schützen. Freiberufler indes müssen selber aufpassen, dass sie nicht in Haftungsfallen tappen. Die Experten der Axa Versicherung haben für impulse.de zusammengestellt, auf welche Risiken die verschiedenen Berufsgruppen besonders achten sollten und mit welchen Prämien (zuzüglich Versicherungssteuer) sie ungefähr zu rechnen haben.

Buchführungshelfer, Buchstellen

Eine Inanspruchnahme von Buchführungshelfern oder Buchstellen kann dadurch erfolgen, dass laufende Geschäftsvorfälle fehlerhaft kontiert werden. Das gilt insbesondere im Zusammenhang mit dem Einkauf und Verkauf von Waren, der Zahlung von Löhnen sowie von Energie- und Raumkosten. Weiterhin können Haftungsansprüche durch das Übersehen von Belegen entstehen oder eine fehlerhafte Datenerfassung führt zu einer unrichtigen Lohnsteueranmeldung beziehungsweise einer falschen Berechnung der abzuführenden Sozialversicherungsbeiträge.

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Die Jahresprämien für Buchführungshelfer und Buchstellen liegen bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro bei 215 Euro (plus Versicherungssteuer) für den Geschäftsführer beziehungsweise Inhaber und einen Angestellten. Für weitere Beschäftigte werden Zuschläge von 7 Prozent bis 10 Prozent erhoben.

Dolmetscher und Übersetzer

Dolmetscher und Übersetzer können sich beispielsweise dadurch gegenüber Dritten schadenersatzpflichtig machen, dass ihnen Übersetzungsfehler unterlaufen oder aber sie den Verlust der zu übersetzenden Schriftstücke zu vertreten haben.

Die Jahresprämien für Dolmetscher und Übersetzer liegen bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro bei 320 Euro (plus Versicherungssteuer) für den Geschäftsführer beziehungsweise für den Inhaber. Zuschläge von 10 Prozent bis 50 Prozent werden für weitere Geschäftsführer oder (freie) Mitarbeiter erhoben.

Immobilienmakler und Immobiliensachverständige

Auf Immobilienmakler können beispielsweise aufgrund einer unrichtigen Beschreibung des Kaufgrundstücks Schadenersatzansprüche zukommen. Weitere Risikopunkte: Unrichtige Auskünfte über Baubeschränkungen, laufende Mietverträge, Kündigungsrechte oder über den Verkaufswert eines Grundstücks.

Die Jahresprämien für Immobilienmakler liegen bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro bei 200 Euro (plus Versicherungssteuer) für den Geschäftsführer oder Inhaber und drei Angestellten. Für weitere Angestellte werden Zuschläge von 10 Prozent erhoben und 50 Prozent für weitere Mitgeschäftsführer beziehungsweise Mitinhaber.

Insolvenzverwalter

Insolvenzverwalter haften beispielsweise bei der Verletzung von Rechten von Ab- und Aussonderungsberechtigten, aufgrund einer so genannten Begründung vermeidbarer Masseverbindlichkeiten, wenn sie Fehler bei der Verwertung der Insolvenzmasse machen oder bei sorgfaltspflichtwidriger Prozessführung.

Die Jahresprämie wird bei Insolvenzverwaltern auf einzeln zu bezeichnende Verfahren erhoben. Bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro beträgt die Jahresprämie 810 Euro plus Versicherungssteuer.

Lohnsteuerhilfevereine

Die Haftung von Lohnsteuerhilfevereine kann darauf beruhen, dass ihre Mitarbeiter Fehler bei der Durchführung des Jahreslohnsteuerausgleichs begehen. Beispiele: Es entstehen Fehler beim Ausfüllen der Steuerformulare, es werden steuerlich relevante Belege nicht berücksichtigt oder Mitglieder erhalten Falschauskünfte.

Die Jahresprämie für Lohnsteuerhilfevereinen richtet sich nach den Gesamtjahreseinnahmen aus Mitgliedsbeiträgen. Bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro liegt die Grundprämie bei 1,2 Prozent des Umsatzes unter Berücksichtigung einer Mindestprämie von 200 Euro.

Notare

Notare können in Anspruch genommen werden aufgrund der Verletzung einer speziellen Belehrungspflicht aus der Urkundstätigkeit, von Versehen bei der Grundbucheinsicht, der mangelhaften Prüfung von Geschäftsfähigkeit, Vertretungsmacht oder Verfügungsbefugnis oder von Fehlern bei der Beurkundung in Testamentssachen.

Die Jahresprämie für Notare liegt bei einer Versicherungssumme von 500.000 Euro (2-fach maximiert) bei 4.550 Euro (plus Versicherungssteuer).

Rechtsanwälte

Haftpflichtansprüche können auf Rechtsanwälte wegen einer unrichtigen Rechtsauskunft zukommen, wegen fehlerhafter Prozessführung, mangelhafter Überwachung des Büropersonals sowie der Versäumung von Rechtsmittel- und Begründungsfristen.

Die Jahresprämien für Rechtsanwälte liegen bei einer Versicherungssumme von 250.000 Euro (4fach maximiert) bei 840 Euro (plus Versicherungssteuer). Für weitere Mitarbeiter werden zwischen 10 Prozent und 80 Prozent erhoben. Unter anderem gibt es Nachlässe von 50 Prozent für Rechtsanwälte im ersten Versicherungsjahr nach Zulassung zur Anwaltschaft.

Vormünder, Betreuer, Beistände und Pfleger (Betreuungsrisiken)

Vormünder und Pfleger, die mit der Betreuung von Dritten befasst sind, können in Anspruch genommen werden wegen unsachgemäßer Vermögensanlage, der Nichteinholung einer vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung, der Übertragung von Prüfungspflichten auf ungeeignete Personen sowie der verspäteten Stellung von Rentenanträgen.

Die Jahresprämien für Betreuungsrisiken liegen bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro bei 180 Euro (plus Versicherungssteuer). Zuschläge werden berechnet, wenn das zu betreuende Vermögen gewisse Wertgrenzen übersteigt.

Sachverständige und Gutachter

Schadenersatzpflichtig können Sachverständige oder Gutachter beispielsweise durch unrichtige Messungen werden, falsche Bewertungen oder Analysen sowie durch die Überlassung von Gutachten an Nichtberechtigte.

Die Jahresprämien für Sachverständige und Gutachter liegen bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro bei 265 Euro (plus Versicherungssteuer) für den Geschäftsführer beziehungsweise für den Inhaber. Zuschläge von 50 Prozent werden für weitere Beschäftigte (ausgenommen Schreibkräfte und Auszubildende) erhoben und 100 Prozent für weitere Mitgeschäftsführer beziehungsweise Mitinhaber.

Versicherungsvertreter

Risiken sind: Inanspruchnahme aufgrund der Erteilung falscher Auskünfte, Mehrkosten durch verzögerte Schadenregulierung oder weil der Versicherungsvertreter versäumt hat, Mitteilungen und Anträge an den Versicherer weiterzuleiten.

Die Jahresprämien für Versicherungsvertreter liegen bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro bei 250 Euro (plus Versicherungssteuer) für den Geschäftsführer beziehungsweise Inhaber und drei Angestellten. Zuschläge von 10 Prozent werden für weitere Beschäftigte erhoben und 50 Prozent für weitere Mitgeschäftsführer beziehungsweise Mitinhaber.

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