Diverses VW Phaeton V6 4Motion – solide Sänfte

Die Wolfsburger mögen von ihrem nur mäßig erfolgreichen Luxumodell nicht lassen. Im Zuge der Modellpflege verpassen sie der Limousine aus Dresden neue technische Helferlein - und mehr optisches Selbstbewusstsein.

Flaggschiffe spielen immer eine Sonderrolle – auch bei VW. Und so darf sich der überarbeitete Luxuskreuzer auch über sonst verbindliche Regeln hinwegsetzen. Normalerweise schreibt die neue VW-Designsprache eine schwarze Grillabdeckung vor – der neue Phaeton jedoch protzt mit einer mächtigen Chromfront.

Die Rückansicht ist dagegen so langweilig wie beim Vorgänger geblieben. Streng horizontale Linien und dicke C-Säulen lassen ohnehin keinen Spielraum für Extravaganz.

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Die Motorenpalette umfasst nach wie vor einen V6-Diesel mit 240 PS, einen V6-Benziner mit 280 PS, den 335 PS starken V8 und als Top-Modell den Zwölfzylinder mit 450 PS.

Nachfolgemodell erst 2013

Gerade für den deutschen Markt, wo fast alle Phaetons mit Dieselmotor geordert werden, wäre Audis Achtzylinder-TDI mit 350 PS interessant, doch der passt nicht unter die Haube. Neue Antriebsstränge darf man erst vom Nachfolger mit neuer Plattform erwarten. Der soll in rund drei Jahren erscheinen.

Standesgemäßen Vortrieb bietet der Phaeton allemal. Abgesehen von einer gewissen Trägheit der Automatik beim Kickdown sorgt bereits der 280 PS starke V6-Benziner für reichlich Schub und packt die Insassen dabei in Watte: Kein Lärm und keine Vibrationen stören die Reise. Der serienmäßige Allradantrieb bringt die Kraft souverän auf die Straße.

Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 11,4 Litern pro 100 Kilometer an. Sparsamer ist man mit dem V6-Diesel unterwegs. Der schluckt laut Werksangabe 8,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern.

Die betont komfortable Lenkung des Phaeton lädt weniger zum schnellen Kurvenfahren als zum gemütlich Cruisen ein. Das ist ohnehin die größte Stärke des Autos. Die Luftfederung hebt den Wagen über jede Delle im Asphalt hinweg. Die je nach Radstand bis zu 5,2 Meter lange Limousine gewährt eine üppige Beinfreiheit, wahlweise kann man es sich auch hinten auf Einzelsitzen bequem machen.

Gegen Aufpreis lässt sich der VW-Gleiter mit einer Reihe von Assistenzsystemen aufrüsten. Dazu gehören der Abstandsregeltempomat ACC mit automatischer Bremsung und Auffahr-Warnung sowie die dynamische Fernlichtregulierung. Eine Kamera im Bereich des Innenspiegels erkennt vorausfahrende Autos und verschiebt den Lichtkegel, damit andere Fahrer nicht geblendet werden.

Differenzierte Verkehrszeichenerkennung

Das Kamerasystem, das später auch in anderen Modellen wie dem Touran zum Einsatz kommen soll, erkennt zudem Verkehrszeichen. Es liest nicht nur Temposchilder, sondern auch Überholverbotszeichen und Zusatzschilder wie „bei Nässe“ oder „22 bis 6 Uhr“, mit denen Tempolimits ergänzt werden. Die Informationen liest man im kleinen Digitaldisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser ab.

Die Preise des Phaeton beginnen bei 66.500 Euro (V6 TDI). Mit V6-Benziner an Bord ist der Wagen ab 71.200 Euro zu haben, der Zwölfzylinder steht mit 115.000 Euro in der Liste. Zur Serienausstattung zählen unter anderem Bi-Xenonscheinwerfer, elektrische Sitzverstellung, Edelholzdekor, Audiosystem mit CD-Wechsler, Tempomat, Vier-Zonen-Klimaautomatik sowie Luftfederung mit Niveauregulierung.

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