Diverses Walters Visionen

Um dramatische fünf Prozent werde die deutsche Wirtschaft 2009 schrumpfen, prognostiziert der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. Einen Bärendienst leistet er dem Land damit, findet impulse-Unternehmenschef Alexander Mayerhöfer. Denn ob die Vorhersage zutrifft oder nicht, spielt keine Rolle - aber sie zerstört, was in der Krise am wichtigsten ist: Hoffnung. Ein Kommentar.

Norbert Walter ist ein intelligenter Mensch. Manche sagen sogar, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sei ein sehr intelligenter Mensch. Und wie viele seiner Art, verfügt der 64-jährige Ökonom über ein Ego, das seiner Intelligenz in nichts nachsteht. Das ist auch die einzige mehr oder weniger höfliche Erklärung für die Untergangsprognose des Wissenschaftlers: Um unglaubliche fünf Prozent werde die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr sinken – wenn wir Glück haben. Ohne Aufschwung im Sommer kommt es noch dicker, glaubt Walter.

Das Schöne an der Prognose ist: Ob sie fundiert ist oder nicht, spielt gar keine Rolle. So brutal darf jemand in der Position eines Norbert Walter in keinem Fall Hoffnungen zunichte machen und Panik verbreiten. Was sollen wir denn tun – am besten gleich aufgeben? So oder so hat der Chefvolkswirt der Deutschen Bank dem Land einen Bärendienst erwiesen – und auch seinem guten Ruf geschadet. Auch wenn die Deutsche Bank die Krise nicht verschuldet hat, ist es doch bitter, dass ausgerechnet ein Vertreter der Branche, der wir die Krise letztlich verdanken, jedes Einfühlungsvermögen vermissen lässt.

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