Diverses Wanderer zwischen den Welten

Das neue Flaggschiff von Subaru, der B9 Tribeca, ist für den amerikanischen Markt konzipiert - und wird auch dort gebaut. Jetzt kommt er nach Europa. Taugt er dafür?

Die äußeren Merkmale des nach dem trendigen New Yorker Stadtteil „Triangle Below Canal Street“ benannten Vierradantrieblers lassen europäische Gene erkennen. Der schildförmige Kühlergrill und die seitlichen Lufteinlässe erinnern stark an das so genannte Scudetto-Gesicht eines in Mailand ansässigen Automobilherstellers. Wen wundert’s: Subaru-Chefdesigner Andreas Zapatina zeichnete früher für Alfa Romeo.

Insgesamt ist der fast fünf Meter lange Tribeca eine imposante Erscheinung mit gefälligem Design. Einem Erfolg auch auf dem alten Kontinent steht die durchaus europäisch anmutende Linienführung nicht im Wege.

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Der Innenraum bietet Platz für sieben Personen. Die dritte Sitzreihe lässt sich leicht wegklappen und so den Kofferraum auf gewaltige 1671 Liter anwachsen. Fünf Personen genießen dann luxuriöse Raumvolumina. Leder und Chrom dominieren und lassen den Anspruch von Subaru erkennen, in der Premier League der Autohersteller mitzuspielen.

Zumindest die Verarbeitung und das ansprechende Styling des Armaturenbretts entsprechen dem hohen Niveau. Doch die verwendeten Materialien, Anmutung und die Bedienungselemente zum Beispiel für Radio und Navi und ihre dahinter versteckten Funktionen spielen mindestens zwei Klassen unterhalb der Premier League. Lichtblick: Die Rückfahrkamera projiziert auf den Navi-Bildschirm ein klares Bild der Situation jenseits der hinteren Stoßstange.

Auch der Motor hält mit den Big Playern nicht mit: Der Drei-Liter-Boxer hat zwar auf dem Papier genug Kraft – 245 PS und 297 Newtonmeter Drehmoment. Doch die Power des Benziners reicht für das Schwergewicht nicht aus. Folge: Die Fünf-Gang-Automatik schaltet nervenaufreibend rauf und runter und schluckt jede Menge Sprit – bis zu 15 Liter pro 100 Kilometer.

Das schreit geradezu nach einem modernen Diesel, der höheres Drehmoment erzeugt und dennoch mit weniger Kraftstoff auskommt. Subaru weiß um diesen Schwachpunkt und ist dabei, einen Selbstzünder zu entwickeln. Im Moment jedenfalls ist das Fahrzeug im Vergleich zu europäischen SUVs eindeutig untermotorisiert.

Ganz im Gegensatz zu dem etwas schwachbrüstigen Motor steht die Fahrwerktechnik. Dort merkt der Fahrer in jeder Situation den jahrelangen Umgang der Japaner mit der Allradtechnik. Sie funktioniert perfekt und sorgt für optimale Traktion bei allen Straßenverhältnissen.

Fazit: Noch fahren die europäischen SUV-Hersteller Subaru davon. Doch irgendwann wird der japanische Autoproduzent aufschließen. Design und Fahrwerkstechnik stimmen schon. Alles andere kommt später.

Preis: ab 42.500 Euro

www.subaru.de

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