Diverses Was der Fiskus sehen will

Selbständige sollen Geschäftsreisen drei Monate lang dokumentieren.

Peer Steinbrück wittert überall Missbrauch. Deshalb gibt es neue Spielregeln für Firmenwagen: Wenn Firmenchefs Privatfahrten bei der Steuer pauschal abrechnen wollen, müssen sie nachweisen, dass sie mit dem Auto zu über 50 Prozent auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Das gilt rückwirkend seit Januar 2006 (impulse 2/2006). Bisher konnten Chefs frei wählen, wie sie private Touren versteuern wollen: entweder pauschal oder per Fahrtenbuch. Dabei war durchaus ein Schnitt zu machen.

Faustregel: Je teurer das Auto und
je höher der Privatanteil, desto steuergünstiger die Pauschalmethode (pro Monat ein Prozent vom Listenpreis). Das funktioniert so nicht mehr, der Vorteil der Pauschalabrechnung schrumpft. Wer sie weiterhin nutzen will, muss glaubhaft machen, dass er das Auto überwiegend betrieblich nutzt. Jetzt ist klar, wie: Dazu können Firmenchefs Eintragungen in Terminkalendern oder Reisekostenaufstellungen vorlegen. „eine unbürokratische Regelung“ lobt Nora Schmidt- Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer.

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Alternativ können Unternehmer drei Monate lang Geschäftsreisen formlos
notieren – mit Reisezweck, zurückgelegter Strecke, Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Reise sowie des Drei-Monats-Zeitraums. So steht es in einem Schreiben aus dem Steinbrück-Ministerium (Aktenzeichen IV B 2 – S 2177 – 44/06). Das lädt freilich dazu ein, in dieser Zeit wenig privat zu fahren. Denn: Stimmt die Behörde der Pauschalmethode zu, hat man sie für die nächsten Jahre sicher. Wer die 50-Prozent-Hürde nicht nimmt, muss Privatfahrten per Fahrtenbuch abrechnen (manuell in Buchform, bei elektronischen Fahrtenbüchern mit manipulationssicherer Software). Schmidt-Keßeler: „Jetzt haben Firmenchefs wieder Rechtssicherheit.“

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuer können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 84, nachlesen.

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