Diverses Was man verspricht, muss man auch halten

Viele kleine und mittlere GmbHs haben in den letzten 20 Jahren ihren (Gesellschafter-) Geschäftsführern eine Pensionszusage erteilt. Mit Vorteilen für das Unternehmen und für die Versorgungsberechtigten: Während sie eine attraktive betriebliche Altersversorgung erhalten, kann das Unternehmen Steuern sparen. Doch was einmal zugesagt wurde, muss über Jahre und Jahrzehnte auch gefestigt werden.

Veränderungen können im Laufe der Zeit Pensionszusagen aus dem Gleichgewicht bringen. Grundsätzlich unterscheiden Experten hierbei nach steuerrechtlichen und persönlichen Veränderungen. Zu den steuerrechtlichen Veränderungen zählen die Vielzahl von Verwaltungsanweisungen des Bundesministeriums für Finanzen und die Urteile des Bundesfinanzhofes. Überdies wurden die Berechnungsgrundlagen für die Pensionsrückstellung, die so genannten Heubeck-Richttafeln, in den letzten 25 Jahren dreimal angepasst. Persönliche Veränderungen können dagegen Gehaltsanpassungen – sowohl nach oben als auch nach unten – oder familiäre Veränderungen wie beispielsweise eine Heirat oder auch eine Veränderung in den Gesellschaftsanteilen der GmbH sein.

Risiken aufdecken und beseitigen

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Wichtig ist, die Pensionszusagen regelmäßig zu überprüfen. Gibt es bei den Themen Abfindungsvorbehalte, Angemessenheit oder vertragliche Unverfallbarkeit Unstimmigkeiten? Eine vom Finanzamt durchgeführte Betriebsprüfung kann bei nicht angepassten oder nicht korrekt formulierten Pensionszusagen zur Nichtanerkennung der Pensionsrückstellungen führen – oder zum Verdacht einer verdeckten Gewinnausschüttung.

Stimmt die Finanzierung?

Weiterer Stolperstein: Es bestehen unterschiedlichste Varianten von Finanzierungsmodellen für Pensionszusagen, nämlich von steuerlich hochlukrativ bis klassisch-konservativ. Hat sich die gewählte Finanzierungsform den aktuellen Erfordernissen Ihrer Pensionszusage angepasst? Die Höhe der jährlichen Pensionsrückstellungen wird durch ein versicherungsmathematisches Gutachten festgelegt. In den letzten Jahrzehnten wurden die Heubeck-Richttafeln dreimal angepasst, denn höhere Lebenserwartungen lassen die Pensionsrückstellungen steigen. Das hat Auswirkungen auf ein Unternehmen: Wie sieht das Finanzierungsgleichgewicht unter Berücksichtigung der heutigen wirtschaftlichen Lage aus? Passt die Finanzierung nicht, fällt das in der Regel erst bei der Pensionierung oder bei Eintritt eines vorzeitigen Versorgungsfalls auf. Eine nicht ausreichende Finanzierung kann unter Umständen zur Insolvenz des Unternehmens führen.

Anpassung an die persönlichen Ziele

(Gesellschafter-)Geschäftsführer müssen außerdem die persönlichen Entwicklungen bedenken. Denn vom Zusagezeitpunkt bis zum wohlverdienten Rentenbeginn vergehen oft mehr als 25 Jahre. Da kann sich vieles ändern. Welche Ansprüche haben Sie beispielsweise im Fall einer Berufsunfähigkeit? Und falls Sie in der Zwischenzeit geheiratet haben: Erhält Ihr Partner tatsächlich eine Hinterbliebenenrente?

Die Lösung steckt in der Prüfung der Risiken. Schließlich kann nur auf solche Risiken reagiert werden, die bekannt sind. Da die Überprüfung der Pensionszusagen ein komplexer Vorgang ist, ist es sinnvoll , auf die Hilfe eines externen Kooperationspartners zu setzen.

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