Diverses Was Mitarbeiter dürfen

Die private Nutzung des Internets am Arbeitsplatz ist weitgehend eine rechtliche Grauzone. Mit klaren Regeln können Firmen ihre Risiken einschränken. Worauf Firmenchefs dabei achten sollten, sagt der neue Infodienst der nordrhein-westfälischen Landesinitiative "secure-it.nrw".

Viele Arbeitnehmer nutzen den Internetzugang am Arbeitsplatz nicht nur für dienstliche Belange: Nach aktuellen Studien surft jeder zweite Mitarbeiter wöchentlich bis zu drei Stunden lang von seinem Büro-PC aus privat durch die virtuelle Welt. Für Firmen stecken darin eine Menge Risiken für ihre IT-Sicherheit. Und beim Download strafbarer Inhalte oder Fotos aus Sex-Sites führt die im Web automatisch hinterlassene Spur geradewegs zur Firma, die dann sogar oftmals auch haftet.

„Unternehmen sollten deshalb mit ihren Mitarbeitern klare Absprachen über die private Nutzung von E-Mail und Internet treffen“, rät Thomas Faber, Leiter der Landesinitiative „secure-it.nrw“. Die vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium getragene Initiative hat die Aufgabe, mittelständische Unternehmen für den sicheren Einsatz elektronischer Geschäftsprozesse fit zu machen.

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Faber empfiehlt: „In kleinen Firmen sollten Chefs die Regelungen als Einzelvereinbarung im Arbeitsvertrag aufnehmen, größere Unternehmen können alle Vorgaben in einer unternehmensinternen Richtlinie zusammenfassen oder mit ihrem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung abschließen.“

Das sind die drei Entscheidungsmöglichkeiten und ihre Konsequenzen:

  1. Privatnutzung wird geduldet. Falls die Firma private Telefongespräche erlaubt, kann der Mitarbeiter davon ausgehen, dass sie auch die private Nutzung von E-Mail und Internet duldet. Konsequenz: Eine Einschränkung ist nur mit Zustimmung des Betriebsrats möglich.
  2. Privatnutzung ist verboten. Der Arbeitgeber darf zwar die Einhaltung seiner Vorgaben überwachen, aber nicht ungehindert in die Privatsphäre seiner Mitarbeiter eindringen. Konsequenz: Spezielle Auswertungssoftware, die bei jedem Mitarbeiter alle aufgerufenen Websites erfasst, kann das Unternehmen nur mit Zustimmung des Betriebsrats installieren.
  3. Privatnutzung ist erlaubt. Rechtlich gesehen wird die Firma mit der Erlaubnis automatisch zu einem Telekommunikationsanbieter und muss fortan das Fernmeldegeheimnis beachten. Konsequenz: Auch eingehende Geschäfts-E-Mails sind wie Privatpost zu behandeln. Tipp: Den Mitarbeitern eine eigene E-Mail-Adresse für die Privatnutzung geben oder auf kostenlose Web-Mail-Dienste verweisen.
  4. Weitere Tipps und Infos mit Webadressen für Musterbetriebsvereinbarungen enthält der aktuelle Infodienst der Initiative „secure-it.nrw“. Er ist kostenfrei per E-Mail erhältlich und kann unter info@secure-it.nrw.de angefordert werden.

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