Diverses Wechsel ohne Risiko

Ehepaare können auch große Vermögen neu sortieren - ganz ohne Finanzamt. Wie der Steuercoup gefahrlos funktioniert.

Gut betuchte Eheleute haben die Güterstandsschaukel für sich entdeckt. So nennen Steuerexperten den Wechsel vom gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft in die Gütertrennung und wieder zurück. Sinn der Aktion: ordentlich Steuern sparen.

In der Tat eine feine Sache. Allein durch den Gang zum Notar können Ehepaare Grundstücke, Bares oder Aktienpakete an den jeweils anderen übertragen. Und das Finanzamt geht leer aus. Weil die Partner nichts verschenken, sondern lediglich den Zugewinn in der Ehe untereinander ausgleichen – daher droht auch keine Schenkungsteuer.

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Der Coup funktioniert sogar mehrfach während der Ehe. Etwa um das Vermögen vor riskanten unternehmerischen Manövern in der Familie zu sichern. Oder um dem Ehepartner Kapital für eigene Geschäfte zu geben. Möglich gemacht hat den Dreh ein Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen II R 29/02; impulse 2/2006). Allerdings stecken die Tücken im Detail. „Geht es bei der Übertragung um Betriebsvermögen oder bestimmte Grundstücke, kann der Schuss nach hinten losgehen“, warnt Josef Bühlmaier, Steuerberater bei Lehleiter und Partner in Neckarsulm. „Da schlägt der Fiskus kräftig mit Einkommensteuer zu.“ impulse zeigt, welche Gefahren drohen und wie sie zu umgehen sind.

Geld statt Vermögen

Der Dreh steht im bürgerlichen Gesetzbuch. Das bestimmt, dass bei der Beendigung der Zugewinngemeinschaft der reichere Partner dem ärmeren einen Ausgleich zahlen muss. Und zwar in Höhe des halben Mehrvermögens. Genau das, was clevere Eheleute bei der Neuverteilung des Vermögens anstreben. Ohne dass die Finanzbehörde mitkassiert. Und hinterher wechselt das Paar flugs wieder aus der Gütertrennung in die Zugewinngemeinschaft. Weil das später bei der Erbschaftsteuer günstiger ist. Was sie dabei allerdings bedenken müssen: „Der Zugewinnausgleich ist grundsätzlich eine reine Geldforderung“, erläutert der Krefelder Steueranwalt Michael Schulze-Oechtering. Werden per Güterstandsschaukel
andere Vermögenswerte übertragen – etwa Mietshäuser oder Firmenanteile -, konstruiert das Finanzamt daraus ein Verkaufsgeschäft. Mit oft bösen Steuerfolgen.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2006, Seite 156, nachlesen.

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