Diverses Welche Märkte lohnen

Indexfonds bringen gute Renditen bei geringem Risiko. Denn die Bindung an Dax oder Euro-Stoxx stabilisiert den Kurs. Und im Unterschied zu den meisten anderen Investmentfonds kosten sie weder Ausgabeaufschlag noch Transaktionsgebühren.

Geiz ist geil. Auch bei der Geldanlage. Kein Wunder, dass Indexfonds, auch Exchange Traded Funds (ETF) genannt, boomen. Anders als die herkömmlichen Fonds investieren ETFs nicht in Gewinn versprechende Papiere oder in Unternehmen bestimmter Größen. Vielmehr bilden jene Fonds in ihrer Aktienauswahl einen Index möglichst genau ab – sowohl was die Art als auch die Gewichtung der einzelnen Papiere betrifft .

Investoren können wählen, ob sich der Fonds etwa an den klassischen Indizes wie dem Dax oder dem Euro-Stoxx 50 orientieren soll. Im Handel sind auch Produkte auf bestimmte Länder, Branchen, auf Rentenindizes und auf Lebensversicherungen.

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„Künftig werden zudem Indexfonds auf Rohstoffe wie Silber und Öl oder auf Immobilienpreise angeboten“, ist sich Thomas Uhlmann sicher, Vorstand der Indexchange Investment AG, dem ersten deutschen ETF-Anbieter. Vorteil: Die Fondsmanager müssen das jeweilige Portfolio nur bei der Erstausgabe zusammenstellen und lediglich bei den höchst seltenen Veränderungen eines Index umschichten. Zudem können Anleger die Papiere direkt an der Börse kaufen und verkaufen und müssen dafür keine Fondsgesellschaft einschalten, die zusätzlich kassiert.

Sechs Jahre nach Einführung haben sich Indexfonds in Deutschland durchgesetzt. „Im ersten Quartal 2006 betrug der Umsatz mehr als 16,6 Milliarden Euro – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, erklärt Rainer Riess, Managing Director of Stock Market Business Development bei der Deutschen Börse in Frankfurt. Tendenz weiter steigend. Denn die Fondsgesellschaften bieten inzwischen zahlreiche attraktive Offerten.

Allein in den ersten vier Monaten 2006 konnten Anleger unter 40 neuen ETFs wählen. „Bis zum Jahresende werden wohl noch 60 bis 70 weitere dazukommen“, prognostiziert Experte Uhlmann.

Steuerfreie Erträge

Wer allerdings vom Kostenvorteil der ETFs profitieren will, muss auch eine Einschränkung in Kauf nehmen: Kursexplosionen wie bei Einzelwerten sind nicht möglich. „Denn solche Fonds können sich bestenfalls so gut entwickeln wie der Index“, sagt Andreas Fink vom Bundesverband Investment und Asset Management in Frankfurt am Main. Zudem müssen Anleger darauf achten, wie die Geldprofis den Index nachbilden. Entweder sie kaufen einzelne Aktien. Das hat für institutionelle Anleger steuerliche Vorteile.

Privatanleger dagegen sollten die Variante nutzen, bei der nicht die Aktien selbst, sondern künstlich zusammengesetzte Anlageprodukte, so genannte Derivate, eingesetzt werden. Finanzprofi Uhlmann: „Denn nach einem Jahr sind die Erträge eines solchen Indexfonds steuerfrei.“

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