Diverses Weltmeister-Design

Museum mal anders: Im Münchner "Haus der Gegenwart" zeigt eine Ausstellung, wie stark unser Alltag von Design geprägt ist. In einer mehrräumigen Wohnwelt sind mit dem Korbsessel von Egon Eiermann, der Handkehrmaschine von Kärcher und dem Küchensystem "b3" von Bulthaup bis hin zur Odol-Flasche Gegenstände zu sehen, die das Leben, Wohnen und Arbeiten der Deutschen prägen.

Das Überraschungsei, besser bekannt als Ü-Ei, zählt beispielsweise zu den deutschen Verkaufsschlagern: Hersteller Ferrero verkauft weltweit mehr als 100 Millionen Ü-Eier pro Jahr – in einem bis auf den Schriftzug
international identischen Design. Besonders
die Figuren, die fast ausnahmslos
vom Münchner André Roche kreiert wurden,
sind bei den Sammlern begehrt. Das Ü-Ei ist im Kochbereich der Ausstellung zu finden – ebenso wie der gute alte Leipniz-Butterkeks, die zuckersüße Capri-Sonne, die legendäre Maggi-Würze und das traditionsreiche Paulaner-Bier.

Das Kinderzimmer im „Haus der Gegenwart“ ist unter anderem bestückt mit einer Flötotto-Couch, einer einst von Designer Rolf Heide für die Zeitschrift Brigitte entworfenen Stapelliege, einem Schreibtisch-Gestell von Egon Eiermann, einem High-Tech-Snowboard und einem Steiff-Teddybär.

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Im Elternschlafzimmer dagegen gesellen sich zum Massivholzbett „Doze“ der Möbelfirma Zeitraum ein Päckchen Aspirin und eine Tube Bepanthen-Heilsalbe; die Sympatex-Jacke findet Platz am Kleiderständer von Holger Moormann und der Eiermann-Korbstuhl wartet auf Erwachsene, die mit einer Rodenstock-Brille auf der Nase die Füße hochlegen wollen.

Kriterien für Auswahl und Zusammenstellung der Objekte waren Gestaltungsidee, Gebrauchswert, Aktualität und Zugehörigkeit zur Designkultur unseres Landes. Andrej Kupetz, Kurator und Geschäftsführer des Rats für Formgebung, freut sich: „Mit der Ausstellung haben wir die einmalige Gelegenheit, einem internationalen Publikum die Klasse sowie die technische und emotionale Stärke deutschen Designs zu präsentieren.“

Ein umfangreiches Programm aus Vorträgen, Themenabenden und Diskussionen begleitet die Schau. Zu sehen und zu hören sind u.a. Konstantin Grcic (KGID), Herbert H. Schultes (Herbert Schultes Design), Professor Florian Hufnagl (Neue Sammlung Pinakothek der Moderne) und Peter John Mahrenholz (FCB Wilkens). Das vollständige Programm findet sich unter www.haus-der-gegenwart.de. Unter www.weltmeister-design.de können Sie einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung machen.

Haus der Gegenwart

Georg-Kerschensteiner-Straße 55

81829 München

Tel. 089/2183 – 9326

Bis zum 15. September 2006 finden immer von Mittwoch bis Sonntag zwischen 12 und 17 Uhr Führungen statt. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 3 Euro, für Kinder bis zwölf Jahre 1 Euro.

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