Diverses Wenn Asche Arbeit verhindert

Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Lohn, wenn sie wegen einer Naturkatastrophe nicht bei der Arbeit erscheinen. Manche Unternehmen werten die Fehltage als Urlaubstage, andere schicken ihren Mitarbeitern ein Taxi.

Dem Gerechtigkeitssinn mag es widersprechen: Sitzt ein Arbeitnehmer wegen einer Naturkatastrophe, etwa einer Aschewolke, im Ausland fest und verbringt die Nacht auf einem Feldbett, muss der Arbeitgeber ihm rechtlich gesehen keinen Lohn für die Fehlzeit zahlen.

„Ich kann mir jedoch keinen Fall vorstellen, bei dem ein Unternehmen seinen Mitarbeiter mit einer Lohnkürzung bestraft“, sagt Peter Schrader, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Von einer Lohnkürzung rät Schrader seinen Mandanten ab.

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Arbeitnehmer, die im Ausland arbeiten und beispielweise Verträge abwickeln, sind zumeist Führungskräfte, die mit solchen Einsätzen Risken auf sich nehmen und Verantwortung tragen.

Eine Strafe wäre unangemessen, so der Arbeitsrechtler. Unternehmen können von wichtigen Führungskräften allerdings verlangen, dass sie nach „zumutbaren“ Alternativen suchen, um in die Heimat zu gelangen – etwa mit dem Bus, Bahn, Mietwagen oder Taxi – die Kosten trägt in diesem Fall die Firma.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen wie etwa Abmahnungen oder gar eine Kündigung hat der Arbeitnehmer jedoch nicht zu befürchten, wenn er wegen der Flugausfälle nicht zur Arbeit kommen kann. Ihn trifft keine Schuld an dem Zustand. Das gilt auch für Urlauber, die „vulkanbedingt“ die Ferien verlängern müssen.

Arbeitsrechtler sprechen in so einem Fall von einer „nicht zu vertretenden Unmöglichkeit“ – kurzum: der Arbeitnehmer kann nichts dafür. Er wird deshalb von der Pflicht zu arbeiten freigestellt. Im Gegenzug hat er aber auch keinen Anspruch auf ein Gehalt. Es gilt der Grundsatz „ohne Arbeit kein Lohn“, sagt Martina Perreng, Fachanwältin für Arbeitsrecht beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

Mitarbeiter und Firmen suchen in solchen Fällen in der Regel nach gemeinsamen Lösungen, die zum Vergütungsmodell des Unternehmens passen. Die Fehltage können etwa durch Überstunden abgebaut werden oder werden als Urlaubstag gewertet.

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