Diverses Wenn Berater pfuschen

Kein Entkommen bei Murks: Mit einfachen Regeln bleiben externe Helfer voll in Haftung. Wie Chefs juristische Fallen umgehen.

Ein Steuerberater, der sich mitten im Deal in den Urlaub absetzt, ein Rechtsanwalt, der den urlaubenden Steuerberater eher schlecht als recht vertritt, und ein Unternehmer, der mit einem Riesenschaden das Opfer dieser unglück­seligen Kons­tellation wird – das sind die Haupt­akteure einer Geschichte, die so jedem Unternehmer passieren kann. Denn jeder greift auf Berater zurück. Aber nur die wenigsten wissen, wo­rauf sie sich damit einlassen – und was ihnen alles an unangenehmen Über­raschun­gen drohen kann. Das Stichwort lautet: Beraterhaftung.

600000 Euro – so viel Steuern hätte Uli Klinkhammer, Chef der Kon AG in Duisburg, nach seiner Berechnung gespart, wenn sein Steuerberater seinen Job durchgezogen hätte. Es ging um den Verkauf der Unternehmenssparte Freepage.de. Der Steuerberater saß bei den Verhandlungen zunächst dabei, doch bald verabschiedete er sich in den Urlaub. Die Sache übergab er einem Anwalt für Steuerrecht. Folge: Irgendwie war Know-how in Sachen Steuerstrategie bei dem Deal nicht ausreichend vorhanden. Die Rechnung präsentierte das Finanzamt – Nachzahlungen, die Klinkhammer an den Rand des Ruins brachten. Er musste Villa und Autos verkaufen. Das, so fand der Unternehmer, hätte sein Steuerberater verhindern müssen, und verklagte ihn. Das Landgericht Duisburg bestätigte zwar: Klinkhammer hätte tatsächlich kräftig Steuern sparen können. Schwacher Trost indes, denn der Steuerberater haftet nicht. Begründung der Richter: Der sei in der entscheidenden Phase nicht mehr mit der Sache befasst gewesen (Az.: 4 O 353/05).

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Noch einmal – so viel weiß Uli Klinkhammer heute – wird sich bei ihm ein Berater nicht mehr so einfach aus der Verantwortung stehlen können. „Heute würde ich ihn vertraglich auf Begleitung der Transaktion festlegen.“ Dann wäre klar: Er hat präsent zu sein, für Steueroptimierung zu sorgen – oder er haftet. Mit anderen Worten: Wer den Rat der Externen optimal nutzen will, muss auf mög­liche Fallen achten.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2006, Seite 98, nachlesen.

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