Diverses Wenn Bleistift auf Computer trifft

Liebhaber moderner Kunst sollten in diesen Tagen der Kunsthalle Bremen einen Besuch abstatten. Dort werden zwei neue Ausstellungen zeitgenössischer Künstler präsentiert. Die beiden Kreativen könnten unterschiedlicher nicht sein: Malte Spohr zeichnet ausschließlich mit Bleistift, Farbstift und Papier, während Manfred Mohr seine Werke vollständig am Computer kreiert.

Als Pionier der Computerkunst wurde Manfred Mohr, Preisträger des „d.velop art award 2006“, bekannt. Unter dem Titel „Broken Symmetry“ sind nun rund siebzig seiner Werke zu sehen, die sich mit der Figur des Kubus beschäftigen.

Bereits seit Ende der 1960er Jahre arbeitet Mohr ausschließlich mit dem Computer. Zur Erstellung eines Kunstwerks schreibt er zunächst ein spezielles Programm, mit dem er das Thema seiner Arbeit festlegt. Auf die endgültige Form der Bilder hat die menschliche Hand dann keinen Einfluss mehr – die Werke werden ausschließlich vom Computer entworfen.

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Seit langem schon befasst sich der in New York lebende Künstler mit der geometrischen Form des Kubus, den er „Hyperwürfel“ nennt; in jüngster Zeit lag der Schwerpunkt dabei auf dem vierdimensionalen Körper. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind noch bis zum 1. Juli zu bestaunen.

„Am Horizont“ heißt die Ausstellung des Berliner Künstlers Malte Spohr, in der achtzehn Zeichnungen seiner jüngsten Werkgruppe zu sehen sind. Ausgangspunkt für seine Arbeiten sind dabei stets Fotografien ungewöhnlicher Naturbilder. Diese verfremdet er am Computer, indem er die Aufnahmen auf ihre grafischen Strukturen reduziert. Anschließend überträgt Spohr diese mit horizontalen Linien auf Papier. Dafür verwendet er lediglich eine begrenzte Farbskala aus Rötel, Sepia und Indigo.

Vorbeiziehende Wolken, Wasserspiegelungen oder Weltraumbilder – das Ergebnis scheint auf den ersten Blick ein geheimnisvolles Liniengebilde zu sein. Bei genauerem Betrachten erschließen sich jedoch Perspektiven, die unsere Welt auf ungewöhnliche Weise darstellen. Spohr spielt mit dem sichtbaren Äußeren unserer Umwelt, um auf das Verborgene unter der Oberfläche zu verweisen. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juni zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Kunsthalle Bremen sind Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Dienstag von 10 bis 21 Uhr. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt 2,50 Euro.

www.kunsthalle-bremen.de

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