Diverses Werbe-Ideen für kleines Geld

Werbe-Ideen für kleines Geld

Werbe-Ideen für kleines Geld

Marketing-Budgets sind in der Regel knapp kalkuliert. Doch Fantasie kann fehlendes Kapital ersetzen.

Wenn die Sonne scheint, kommt die Werbung von Uwe Werthwein so richtig auf Touren. Dann dreht sich der Propeller auf seiner Sonnenkappe – dank einer Solarzelle. Auch beruflich hat Werthwein mit der Sonne zu tun: Der Inhaber von WeE Solartechnik aus Eschelbach installiert Solaranlagen. Kostenpunkt: bis zu 50.000 Euro. Seine Investition in die Solarkappe nimmt sich dagegen bescheiden aus. Für acht Euro kaufte er den nützlichen Werbeträger, aufgedrucktes Firmenlogo und Telefonnummer inklusive. „Die Mütze sorgt immer für Aufsehen und führt zu vielen Nachfragen“, sagt der 40-jährige Jungunternehmer.

Der nordbadische Firmenchef zeigt: In der Werbung sind pfiffige Ideen gefragt. Besonders, wenn Gründer ihren Markt erst noch erobern und sich gegen kapitalkräftigere Konkurrenten durchsetzen müssen. Intuition und kreative Einfälle allein reichen aber nicht aus. „Gelungene Werbung ist das Ergebnis eines gut durchdachten Prozesses“, betont Helmut Geyer, Professor an der FH Jena und Autor des Buchs „Crashkurs Marketing“.

Anzeige

Nanah Schulze aus Bad Vilbel kann das nur bestätigen. Die ehemalige Wirtschaftsjournalistin machte sich als Kommunikationsberaterin selbständig und setzte auf eine klare Positionierung. Zur Unterstützung engagierte sie eine Profi-Designerin, mit der sie ihr Markenprofil besprach, das Firmenlogo entwarf und den Internet-Auftritt gestaltete. Rund 3.000 Euro gab Schulze dafür aus.

Ein überzeugender Außenauftritt ist Geld wert

Der überzeugende Außenauftritt ist das Geld allemal wert. „Eine Kommunikationsberaterin wird daran gemessen, wie sie sich selbst darstellt“, sagt Schulze. Der Erfolg: Zum Beispiel nahm ein heute wichtiger Kunde Kontakt zu Schulze auf, weil er sich von der aussagekräftigen Homepage angesprochen fühlte.

Bei allen Werbeaktivitäten müssen sich Gründer zudem fragen: Wie erreiche ich meine Kunden am besten? Wendet sich das Angebot an Geschäftskunden, können Pressemitteilungen und Anzeigen in Fachmagazinen sinnvoll sein. Oder Werbebriefe. „Wir nutzen unser Kontakt-Netzwerk und schreiben potenzielle Auftraggeber persönlich an“, sagt Niels Müller, Gründer der Hamburger Prodiction Company, die im Auftrag von Unternehmen spezielle Markt- und Käuferprofile erstellt. „Etwa jeder sechste der angeschriebenen Personen lädt zu einer Präsentation ein“, so Müller über die für ihn positive Rücklaufquote.

Wer mit seiner Geschäftsidee hingegen Konsumenten anspricht, ist auf einen schnell steigenden Bekanntheitsgrad angewiesen. Jungunternehmer, die in der Regel über ein begrenztes Werbebudget verfügen, sollten auf klassische Werbemittel wie Handzettel, Aufkleber und Verpackungen setzen. So ermittelte die Universität Köln, dass bei hochwertigen Einkaufstüten 1.000 Kundenkontakte nur 3,50 Euro kosten. Zum Vergleich: Bei Zeitschriften liegt der so genannte Tausend-Kontakt-Preis um ein Mehrfaches höher.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Profi-Werbung kostet.

Was Profi-Werbung kostet

Zur professionellen Außendarstellung gehört nicht nur die Visitenkarte. impulse zeigt, welche Möglichkeiten Gründer haben, um Kunden zu gewinnen.

Die Grundausstattung

Die Gestaltung von Firmenlogo, Visitenkarte und Briefpapier bietet etwa die Agentur Makemylogo.de für knapp 1.500 Euro an. Freie Grafiker sind meist günstiger als Agenturen und berechnen einen Stundensatz zwischen 50 und 80 Euro. Hinzu kommen die Produktionskosten: So sind zum Beispiel für je 2.000 Brief- und Faxbögen sowie Rechnungen, 5.000 Versandhüllen und vier verschiedene Visitenkarten à 100 Stück rund 1.250 Euro zu veranschlagen.

Die Broschüre

Eine vierseitige farbige Broschüre im Din-A4-Format mit Fotos und Grafiken, die von einer Agentur erstellt wird, kostet bei einer Auflage von 5.000 Stück rund 3.000 Euro.

Tipp: Fragen Sie nach Gründerkonditionen oder wenden Sie sich an Gründernetzwerke.

Die Anzeige

Die einspaltige Kleinanzeige, fünf Zentimeter hoch, kostet in der Wochenendausgabe einer Regionalzeitung (Auflage 70.000 Stück) etwa 100 Euro. Interessant für Gründer mit regionaler Ausrichtung sind Gemeinde- und Anzeigenblätter. Ein Beispiel: der „Boulevard Baden“ in Karlsruhe, Auflage 200.000 Exemplare, berechnet für eine einspaltige Anzeige (50 Millimeter hoch) rund 100 Euro.

Vorsicht: Hinzu kommen die Ausgaben für die Produktion der Anzeigen, die stark differieren.

Der Internet-Auftritt

Der Betreiber von www.gruender-shop.de bietet die Erstellung eines Internet-Auftritts für 99 Euro plus monatliche Kosten von mindestens 29 Euro an. Professionelle Multimedia-Agenturen kalkulieren mit 200 bis 500 Euro pro zu erstellender Seite. Bei aufwendigen Programmierungen (etwa für einen Internet-Shop) kann es schnell teurer werden. Für Multimedia-Arbeiten verlangen Agenturen zwischen 60 und 100 Euro pro Stunde.

Nicht vergessen: laufende Kosten für Aktualisierung und Pflege der Internet-Seiten einkalkulieren.

Die PR-Arbeit

Eine kleinere PR-Agentur berechnet Gründern für Beratung und Text 60 bis 90 Euro je Stunde. Für eine Manuskriptseite eines PR-Artikels ist ein durchschnittliches Honorar von 300 Euro üblich. Die Ausrichtung einer regionalen Pressekonferenz durch einen Profi kostet mindestens 2.000 Euro.

Tipp: Suchen Sie zum Beispiel mit Hilfe der Kammern eine Agentur, die Erfahrung im Umgang mit Start-ups hat und über Branchenkenntnisse verfügt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...