Diverses Werbung für Kultur

Riesen-Tippkick, Tischfußball und Torwandschießen: Die deutschen Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft zeigten sich auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Fußballstimmung. "Nicht nur die Spielpaarungen, sondern auch das Begleitprogramm ist entscheidend für das Reiseziel der ausländischen Fußball-Fans", sagt eine Sprecherin der WM-Stadt Stuttgart.

Für die Städte ist der Sport die Eintrittskarte, um ihre Angebote für Freizeit und Abenteuer, aber auch für Unterhaltung und Kultur international bekannter zu machen. Auch angrenzende Regionen, Firmen und Reiseveranstalter werben für Sonderaktionen rund ums rollende Leder.

Dass Fußball verbindet, wird besonders für die Weltmeisterschaft gern betont. Auf der Messe haben sich die sportlichen Rivalen Dortmund und Gelsenkirchen zur Werbung für das Ruhrgebiet an einem gemeinsamen Stand zusammengefunden. „Schalke und Borussia sind sich in der Bundesliga spinnefeind, aber – zumindest für die WM – werden die Fans sich für den Fußball vereinen“, erklärt Bruni Thiel von der Dortmunder Tourist-Information.

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Als Einstimmung auf das Eröffnungsspiel laufen am Münchenstand auf Großbildschirmen Erinnerungen an die deutschen WM-Siege. „Die Wies’n sind 2006 nicht nur gemütlich, sondern auch sportlich – und in jedem Fall grün“, sagt ein Gast des bayrischen Bierzelts in Halle 6.2.

Wenige Schritte weiter stehen vier asiatische Fachbesucher im nachgestellten Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion und lachen über die beinah gleichgroßen Tippkick-Figuren, mit denen Baden-Württemberg auf die sechs WM-Spiele in seiner Hauptstadt wirbt. Der offizielle DFB-Bus der Fußball-Nationalmannschaft soll Besucher an die Infostände für Busreisen und Sondertouren rund um den schwarz-weißen Ball locken.

Am Spielfeldrand tummeln sich die kulturellen Höhepunkte des Landes. „Vor und nach den 90 Minuten Fußball wollen die Besucher Land und Leute erleben. Deshalb setzen wir auf den Bann des Sports, um international für unsere Historie und Kultur zu werben“, sagt Johanna Blum von der Tourist-Information Heidelberg.

Werbefaktor Fußball

Doch auch die anderen Städte setzen auf den Werbefaktor Fußball: Hannover lockt „absolut weltmeisterlich“ ins sein WM-Café, Hamburg informiert über Musicals, Shopping und Fußball und Kaiserslautern lässt Roboterhunde dem Ball nachjagen. Die deutsche Hauptstadt setzt auf Nachwuchskicker, die ihr Können zeigen und der Berliner Bär hat ein Trikot an. Mit entspannenden Touren ins Berliner Umland und nach historischen Pfaden in Potsdam will Brandenburg vom Fußball-Boom ebenfalls profitieren.

Am offizellen WM-Stand bietet die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) neben einer Torwand noch einmal Informationen zu Fußball-Ferien für alle Austragungsorte an. Zeit, Freunde zu machen, nimmt sich auch die Image-Kampagne „Land der Ideen“ auf der Messe und wirbt Mitglieder für den Fanclub Deutschland.

Kaum ein deutscher Aussteller lässt sich den Schwenk auf die WM entgehen: Hotels, die Bahn, Fluggesellschaften und Gastronomen setzen auf die Werbewirkung von Fußball. Nur der einzige ostdeutsche Austragungsort Leipzig hat den Werbespieß umgedreht: Hier soll die Kultur von Bach bis Goethe Besucher locken.

„Zum Fußball kommen die Besucher sowieso, aber sie sollen vorher schon wissen, was wir ihnen sonst noch zu bieten haben“, sagt ein Sprecher des Leipzig-Marketings. Sachsen als „Land von Welt“ hat deshalb von auf Bälle, Löwen und Torwände bewusst verzichtet. „Nach der Fußball-WM geht das Leben weiter, und dann soll im Ausland nicht nur das Leipziger Stadion bekannt sein.“ (dpa)

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