Diverses Wettbewerbsfähigkeit sichern

Kämpft für einen gesetzlichen Mindestlohn: Gewerkschaftschef Frank Bsirske

Kämpft für einen gesetzlichen Mindestlohn: Gewerkschaftschef Frank Bsirske© dpa

In Deutschland wächst die Kluft zwischen hohen und niedrigen Löhnen besonders stark. Das rechnet die Internationale Arbeitsorganisation in ihrem globalen Lohnreport vor. Die Gewerkschaften sind prompt zur Stelle und fordern den Ausbau der gesetzlichen Mindestlöhne. Als wenn die Sache so einfach wäre - moniert impulse-Steuerchef Reinhard Klimasch.

Tatsächlich kann den Arbeitnehmervertretern nicht gefallen, dass sich der tarifliche Geleitzug zunehmend auflöst. Er hatte über viele Jahre für eine gleichmäßige Verteilung des Wohlstandszuwachses gesorgt. Anfang der 90er Jahre waren noch rund 80 Prozent der Unternehmen tarifgebunden, der Rest orientierte sich an den Tarifen, da sonst die eigenen Leute abgewandert wären. Mindestlohn für alle kann indes nicht die Lösung sein. Davor warnen die Ökonomen der Wirtschaftsforschungsinstitute und des Sachverständigenrats unisono und aus allseits bekannten und guten Gründen.

Inzwischen ist der internationale Wettbewerb deutlich schärfer geworden. Da ist für den Exportweltmeister Deutschland ein zweites Ergebnis der Lohnentwicklung noch ein Stück wichtiger. Das lautet: Erfreulicherweise sind seit der Jahrtausendwende die Lohnstückkosten hierzulande um jahresdurchschnittlich zwei Prozent gesunken. Das hilft Positionen zu behaupten. Dabei darf man allerdings nicht übersehen, dass das Ausland immer noch erheblich billiger produziert: im Schnitt um sieben Prozent. Da gilt es, weitere Produktivitätsfortschritte zu organisieren.

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