Diverses Wie das Finanzamt Sie saniert

Hauseigentümer können bei Renovierung und Modernisierung mehr Steuergeld einkalkulieren.

Gute Kunde für private Investoren: Wer ein kombiniertes Wohnund Geschäftshaus repariert und modernisiert, kann jetzt oft eine kräftige Kapitalspritze vom Fiskus einplanen.
Das zeigt ein Urteil des Bundesfinanzhofs
(Aktenzeichen V R 43/03).

Etliche tausend Euro Vorsteuerrückzahlung
sind drin. Die sichert sich, wer die an Firmen vermieteten Räume saniert. Er kann neuerdings die komplette Umsatzsteuer aus den Handwerkerrechnungen beim Finanzamt
als Vorsteuer geltend machen. Bislang zahlte die Behörde nur einen Bruchteil davon. Volle Erstattung bedeutet bei 19 Prozent Umsatzsteuer: Der Investor bekommt rund 16
Prozent der Rechnungsbeträge vom
Finanzamt sofort zurück. „Ein schöner
Beitrag zur Sanierung“, kommentiert
Steuerberater Klaus Finnern von der Kanzlei BDP Bormann, Demant & Partner in Hamburg. impulse zeigt, wann und wie die neue Vorsteuererstattung funktioniert.

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Bislang überwies das Finanzamt bei der Sanierung der Geschäft sräume nicht die volle, sondern nur einen Teil der Umsatzsteuer. Dabei gingen die Beamten einfach vom Anteil der Gewerberäume an der Gesamtfläche des Hauses aus. Wer etwa 30 Prozent der Fläche an Unternehmer vermietet hatte, bekam bei Sanierung der Geschäfts- oder Büroräume auch nur knapp ein Drittel der Vorsteuerbeträge zurück. Damit ist nun Schluss.

Volle Vorsteuer

Das Finanzamt muss jetzt stets voll zahlen, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind. Erstens: Der Hauseigentümer saniert die gewerblich vermieteten Räume. Zweitens: Er kassiert für Läden und Büros Miete plus Umsatzsteuer. Drittens: Der Investor gibt sein
Geld für typische Renovierungsarbeiten aus („Erhaltungsaufwand“) – etwa für neue Fenster oder schnellere Datenleitungen für die Büros.

Anders kann die Finanzbehörde hingegen rechnen, wenn der Hauseigentümer
kurz nach dem Kauf der Immobilie gewaltig Geld für die Renovierung in die Hand nimmt. Gibt er innerhalb von drei Jahren mehr als 15 Prozent des Kaufpreises aus, macht das Finanzamt daraus „anschaffungsnahen
Aufwand“. Heißt: keine volle, sondern wie bisher nur anteilige Vorsteuererstattung.
Entweder nach den Flächenanteilen – gewerblich oder privat – oder nach den Mieten.

Nur einen Teil der Vorsteuer vergütet die Behörde auch bei Investitionen, die das Gebäude selbst betreffen. Also etwa das Dach, die Hausfront oder auch die Heizungsanlage (Tank, Brenner) für Wohnungen, Büros und Läden.

Wer dagegen Privatwohnungen oder Freiberuflerpraxen im gleichen Haus in Schuss bringt, hat keinerlei Anspruch auf Erstattung. Finnern: „Dafür zahlt er auch keine Umsatzsteuer für seine Mieteinkünfte.“

www.impulse.de/sanierung Hier finden Sie das Bundesfinanzhof-Urteil im Wortlaut. Als Argumentationshilfe für die Steuerprüfung.

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