Diverses Wie Familienfirmen lange überleben

Mit welchen Rezepten bringen Clans wie Haniel oder Underberg ihre Firmen heil durch die Jahrhunderte? Dies diskutierten prominente Chefs auf Schloss Bensberg. Aktueller Anlass: Der von impulse unterstützte Kongress der Intes Akademie für Familienunternehmen.

Der Stolberger Kurzwarenspezialist Prym gilt als ältestes Familienunternehmen Deutschlands. Wie man mehr als 400 Jahre heil überstehen kann?
„Die Anteilseigner müssen ihre persönlichen
Interessen stets dem der Firma unterordnen“, sagt Michael Prym, der weltweit 4000 Mitarbeiter
beschäftigt. „Nur so lassen sich die
nötigen Kräfte mobilisieren, um auch
kritische Phasen heil zu überstehen.“

Doch ist dieses hehre Prinzip umso schwerer durchzuhalten, je mehr Gesellschafter an Bord sind. Dies weiß Franz Haniel ganz genau, dessen 23-Milliarden-Imperium sich auf 540 Verwandte
verteilt. „Der Zusammenhalt der Familie ist eine Aufgabe, die man nicht unterschätzen darf“, sagt Haniel, „und für die man sich immer wieder die
gemeinsamen Werte und Ziele klar machen
muss.“ Auch er kenne nicht mehr alle Gesellschafter persönlich. Indes: „Auf unseren Treffen gehe ich gezielt auf die zu, die mir noch fremd sind.“

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So viel Integrationsleistung wird von Emil Underberg „bewundert“. Der
führt seine 160 Jahre alte Kräuterschnaps-
Destille nach dem Thronfolgerprinzip,
soll heißen: Das Unternemen
wird von Alleingesellschafter zu
Alleingesellschafter weitergereicht.

Weiteres Rezept sei der „unbedingte
handwerkliche Bezug“ des Eigentümers
zum Produkt. Und, zur Überraschung
des Publikums: Wenn es Sinn machen würde, brächte er seine Firma sogar an die Börse. „Jedenfalls wären wir jederzeit börsenfähig.“

Auf klare Verhältnisse schwört auch Bernhard Simon, geschäftsführender Gesellschafter des Logistikkonzerns Dachser (12.000 Mitarbeiter). Anders als bei Haniel, hat man hier gegen Familienmitglieder in der operativen Führung
nichts einzuwenden.

Aber: „Das Unternehmen muss unbedingt auch für externe Talente attraktiv bleiben.“ Dies gelinge nur über transparente Spielregeln zur Besetzung der obersten Führungsetagen, die für Familie und Externe gleich sind. Im Verwaltungsrat ist die
Mehrheit familienfremd (Vorsitzender
inklusive). Die Zahl der Gesellschafter
ist seit der dritten Generation auf sechs
Personen begrenzt.

Weitere Meldungen aus dem Management-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 01/2005, Seite 80, nachlesen.

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