Diverses Wie faul sind Ihre Leute?

Ein US-Unternehmer und Autor erklärt die Spezies Arbeitnehmer schlicht für unfähig. Wenn er Recht hat: Was tun?

Keineswegs sei der typische Arbeiter oder Angestellte von Haus aus leistungswillig und auf Verantwortung erpicht. Sondern faul, egoistisch, unkreativ und larmoyant – mit dieser These sorgt Lawrence Kersten, Unternehmer und Autor des soeben erschienenen Buchs „The Art of Demotivation“, für Aufsehen.

Während die Gutmenschen unter den Personalmanagern und Betriebsräten erwartungsgemäß aufheulen, fragen sich nachdenklichere Zeitgenossen: Könnte es sein, dass der Chef des US-amerikanischen Handelsunternehmens Despair zumindest ein bisschen Recht hat? Ist es nicht gar höchste Zeit, den Mythos vom prinzipiell gutwilligen Mitarbeiter kritisch zu hinterfragen?

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Im Kern erntet der Provokateur aus den Vereinigten Staaten für seine polemisch zugespitzten Thesen durchaus Zuspruch von prominenten Experten. „In der Tat haben es Unternehmen nicht mit begeisterten, sondern mit eher reaktiv opportunistischen Belegschaften zu tun“, bekräftigt Oswald Neuberger, Professor für Organisationspsychologie an der Universität Augsburg.

Ähnlich Kollege Dieter Frey, Ordinarius für Wirtschaftspsychologie in München: „Solange man sie lässt, beschränken sich erschreckend viele Mitarbeiter auf Dienst nach Vorschrift.“

Was aber bedeutet dies für die Rolle des Managements? Hier sind sich Frey und Kersten weitgehend einig. „Die gängige Methode, unmotivierte Leute mit den üblichen, meist finanziellen, Ködern und Anreizen anschieben zu wollen, hat wenig Sinn“, sagt Frey.

Stattdessen müssten sich die Führungskräfte bemühen, bei ihren Leuten einen Prozess der Selbsterkenntnis zu aktivieren: „Die Mitarbeiter müssen begreifen, dass sie für ihre Motivation im Kern selbst verantwortlich sind“, so Frey weiter, „und dass es letztlich in ihrem eigenen Interesse liegt, so engagiert wie eben möglich ans Werk zu gehen.“ Im Gegenzug müsse die Führung den Arbeitnehmern dann aber auch die Chance geben, eben dieses Engagement zu entwickeln und zu stärken.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2005, Seite 70, nachlesen.

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