Diverses Wie Firmen an Staatsgeld kommen

Die Solaranlage auf dem Dach, die neue Klimaanlage in der Halle, die Pelletheizung im Keller – bei solchen Investitionen können Untenehmen mit Hilfen von EU, Bund, Ländern und Kommunen kalkulieren. impulse.de gibt einen Überblick.

Die Förderprogramme
sollen Firmen dazu ermuntern,
sich für energieeffiziente und umweltbewusste
Technologien zu entscheiden. Nicht weniger als 2800 Angebote sorgen
dafür, dass praktisch jeder Chef auf finanzielle
Hilfe zurückgreifen kann. Die
Bundesregierung versucht auf diesem
Weg, ihre umweltpolitischen Ziele zu
erreichen
und die Konjunktur anzukurbeln.

Berlin hat über die KfW-Förderbank
rund 1,4 Milliarden Euro zur Kreditvergabe
an den Mittelstand bereitgestellt.
Die Staatsbank verwaltet zum Beispiel
den neuen Sonderfonds Energieeffizienz
für kleine und mittelständische Unternehmen.
Der hilft beim ersten Schritt,
wenn die Geschäftsleitung einen Experten
in den Betrieb bittet, um den aktuellen
Verbrauch testen zu lassen. Die Zuschüsse
decken 80 Prozent des Honorars,
das der Profi für seinen Check verlangt.

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Geht es im zweiten Schritt um einen
günstigen Kredit, weil der Unternehmer
ein Gebäude sanieren oder neu bauen
will, kann er mit Summen von bis zu
zehn Millionen Euro aus dem Fonds
rechnen
– vorausgesetzt der Energieverbrauch
verringert sich deutlich.

Die neuen Töpfe der KfW ergänzen die
schon zuvor lange Liste von Förderungen.
„Je nach Projekt, Unternehmen und
Standort kommen für jede Situation etwa
100 Förderungen infrage“, sagt Michael
Wandt, Geschäftsführer der Valea
Unternehmensberatung.

Den Förderdschungel hat auch die
Mittelrheinische Metallgießerei Heinrich
Beyer kennengelernt, als sie im vergangenen
Jahr einen Kredit über 500.000
Euro bei der KfW beantragte. Das Geld
wollte das Familienunternehmen aus
dem rheinland-pfälzischen Andernach in
einen neuen Ofen zum Schmelzen von
Kupfer investieren, der fast 30 Prozent
weniger Strom benötigt als der alte.

Der Weg zum Geld war allerdings steinig,
sagt Ulrich Bach, kaufmännischer
Leiter der Metallgießerei. „Es vergingen
Monate, bis wir alle Formulare zusammenhatten.“
Denn die Informationen
waren nicht immer vollständig oder
widersprachen
sich teilweise sogar. So
konnte weder die Hausbank des Mittelständlers
noch die KfW eindeutige Aussagen
machen, welche Fristen das Unternehmen
einhalten musste. Immerhin
vermittelte die Staatsbank einen Kontakt
zu einem Ingenieurbüro, das sich mit
der Energiesparförderung auskannte
und die Metallgießerei beriet.

Datenbanken durchforsten

Interessierte Chefs verschaffen sich auf
der Suche nach dem passenden Fördertopf
am besten zunächst einen Überblick
im Internet. Dort gibt es eine Reihe von
Datenbanken, in denen sie nach Zuschüssen
und Krediten recherchieren können.

Wer es genau wissen will, der greift auf eine
Online-Anwendung des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie
zurück. Auf der Startseite von www.foerderdatenbank.
de
lässt sich die Suche nach
Kriterien sortieren: Unternehmensstandort,
Projekt und Finanzierungsart. Aus
allen
Möglichkeiten listet die Datenbank
die passenden Programme auf – per Mausklick
gibt es dann die Details.

Genehmigte Mittel kombinieren

Derart präpariert empfiehlt sich das
Gespräch mit einem Berater wie Wandt.
Der hilft nicht nur, die passenden Programme
zu finden, sondern kennt auch
die Regeln, um an das günstige Geld zu
kommen. Ganz in diesem Sinne warnt
der Profi davor, sich auf eine sehr
spezielle
Förderung zu verlassen: „Wir
schicken
immer drei bis sechs Anträge
los und kombinieren dann die Mittel, die
wir genehmigt bekommen.“

Besonders gefragt ist das ERP-Umwelt-
und Energiesparprogramm bei
Unternehmern,
die stromfressende Maschinen
durch neue ersetzen oder eine
Fotovoltaikanlage auf das Hallendach
montieren
wollen. In diesem Metier bezuschusst
die KfW fast 80 Prozent der
Investitionen.

Zins zwischen 2,1 und 3,4 Prozent

Die Konditionen für die Kredite lassen
sich sehen: Der Zins beträgt je nach Betrag,
Laufzeit und Bonität zwischen 2,1
und 3,4 Prozent. Das kann im Vergleich
zu den Angeboten privater Geschäftsbanken
einen Unterschied von ein bis
zwei Prozentpunkten ausmachen. Kein
Wunder, dass sich viele Mittelständler
für derart geförderte Investitionen interessieren.

Allein 2008 haben sich Firmen
aus den Mitteln des ERP-Programms der
KfW rund 2,5 Milliarden Euro für Energieeffizienzprojekte
geliehen. Im Jahr
zuvor waren es mit drei Milliarden Euro
sogar noch mehr.
Dementsprechend gibt es positive Resonanz
in der Kundschaft. „Der Aufwand
hat sich gelohnt“, sagt der kaufmännische
Leiter der Metallgießerei Heinrich
Beyer. „Wir hätten die Investition sonst
nicht stemmen können.“

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