Diverses Wirtschaft macht Schule

Immer mehr Firmenchefs registrieren bei jungen Bewerbern dramatische Wissenslücken. Und schaffen - als Partner oder Sponsoren einer Schule - selbst Abhilfe.

Tief in der ostwestfälischen Provinz liegt Porta Westfa­lica. Doch auch hier hält die Globalisierung Einzug, bis hinein in die Klassenräume des Gymnasiums. Dort erfahren die Schüler nicht nur, dass örtliche Firmen wie Sicherheitstechnikanbieter Bernstein AG Kunden auf der ganzen Welt beliefern. Sondern auch, warum die Jugendlichen bald mit Altersgenossen aus Schanghai oder Budapest um Jobs konkurrieren. Gefördert werden derlei Einsichten durch eine Lernpartnerschaft zwischen Gymnasium und der Firma Bernstein. Lehrer wie Schüler schnuppern in die Betriebe, absolvieren Praktika oder Bewerbungstrainings. Ziel: praxisnahes Verständnis der Arbeitswelt zu vermitteln.

Durch Wissenslücken und weltfremde Vorstellungen von Ausbildungsbewerbern alarmiert, greifen auch andere Mittelständler vermehrt zur Selbsthilfe. So spenden sie örtlichen Bildungseinrichtungen Geld und Sachmittel, stellen Mitarbeiter für Sprachunterricht frei, zeigen den Schülern die spannenden Seiten der Physik oder Biologie, dies oft in den betriebseigenen Labors.

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Mit Unterstützung der Praktiker werden im Unterricht PR-Texte oder Marketingkonzepte verfasst oder Bewerbungstrainings mit Video-Einsatz absolviert. „Die Schulen produzieren nicht mehr das Wissen und Können, das die Wirtschaft braucht“, bekräftigt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

Kooperationswillige Unternehmen laufen offene Türen ein. „Die
finanziell wie ideell ausgezehrten Schulen sind höchst dankbare Partner“, weiß Roland Berger, Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW und mit dem Münchner Berater gleichen Namens weder verwandt noch verschwägert.

Die Lehranstalten werden finanziell entlastet und profilieren sich im Wettbewerb um neue Schüler. Diese nutzen die zusätzlichen Inhalte und Kontakte, um ihre Job-Chancen zu verbessern. Die Firmen schließlich sichern sich qualifizierten Nachwuchs. Und tun durch ihr Engagement auch noch was fürs Image.

„Ich bin Lokalpatriot und setze mich für den Standort ein“, erklärt Bernstein-Vorstand Christof Güse. Die 2002 besiegelte Schulko­operation ist ein Dauerbrenner in der örtlichen Presse. Einen weiteren Werbeeffekt bringen Messeauftritte und Schülerwettbewerbe.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2006, Seite 66, nachlesen.

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