Diverses Wirtschaftliche Aspekte zur Kaufpreis-Kalkulation

Ein Unternehmen ist soviel wert, wie der Käufer damit verdienen kann.

1. Übernahmepreis

Ein Unternehmen ist soviel wert, wie der Käufer damit verdienen kann. Dabei kommt es jeweils auf die individuelle Situation des Käufers und des Veräußerers an. Im Regelfall bezahlt der Käufer mehr, als mit dem Verkauf der Gegenstände und Ausrüstungen des Unternehmens zu erzielen wäre. Deshalb setzt sich normalerweise der Übernahmepreis aus dem Substanzwert und dem sogenannten Firmenwert zusammen.

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Der Substanzwert ist der Wert der Vermögensgegenstände, wenn man diese verkaufen würde. Neutrale Sachverständige können den Wert der Vermögensgegenstände schätzen. Informieren Sie sich bei der IHK oder auch bei ihrer Bank, wenn diese die Übernahme finanzieren soll.

Der Firmenwert ist der Wert, den der Käufer beispielsweise für den guten Ruf, den Kundenstamm etc. bezahlt. Die Höhe des Firmenwertes hängt von der Verhandlungsposition und den individuellen Gegebenheiten der Verhandlungspartner ab.

Das folgende Berechnungsbeispiel für den Firmenwert liefert einen Ansatz zur Errechnung des Firmenwerts und des Übernahmepreises. Individuelle Besonderheiten werden nicht berücksichtigt.

Bei dieser Berechnung geht man von einem zukünftigen „Gewinn“ aus, der nach Abzug eines angemessenen Unternehmergehalts (bei GmbH das Geschäftsführergehalt) und einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung für drei bis vier Jahre übrig bleibt. Dabei wird unterstellt, dass sich der zukünftige Gewinn nicht vom Durchschnittsgewinn der letzten drei Jahre unterscheidet.

Beispiel:

Das zu verkaufende Unternehmen verfügt nach Prüfung durch einen Sachverständigen über einen Substanzwert von 100.000 Euro. Der durchschnittliche Jahresgewinn während der letzten drei Jahre betrug 80.000 Euro. Für das eingesetzte Eigenkapital in Höhe von 20.000 Euro sind bei einem Zinssatz von 6 Prozent 1.200 Euro an Zinserträgen anzusetzen (kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung).

Hätte der Veräußerer einen Angestellten an seiner Stelle beschäftigt, wären Gehaltskosten in Höhe von 60.000 Euro angefallen (kalkulatorischer Unternehmerlohn).

Firmenwert = durchschnittlicher Jahresgewinn (80.000 Euro)

./. kalkulatorische Eigenkapitalzinsen (1.200 Euro)

./. kalkulatorisches Unternehmergehalt (60.000 Euro)

./. Risikoabschlag 10% (8.000 Euro)
= Ergebnis (10.800 Euro)

mal 3 bis 4 = Firmenwert (32.400 – 43.200 Euro)

Übernahmepreis:

Substanzwert (100.000 Euro)

+ Firmenwert (32.400 Euro – 43.200 Euro)

= Übernahmepreis (132.400 Euro – 143.200 Euro)

2. Kaufpreiszahlung

Grundsätzlich ist zu empfehlen, die Übernahme durch eine Barzahlung darzustellen. Hierzu bieten sich auch öffentliche Finanzierungen an. Dies kann steuerliche und altersversorgungstechnische Vorteile bieten.

Oft sind auch „Verrentungen“ sinnvoll. Für den Verkäufer ist dann die Wertsicherung sehr wichtig durch die er seine Rentenansprüche sichert. Die Wertsicherungsklauseln sollten im Vertrag formuliert werden. Sprechen Sie hierüber mit einem Rechtsanwalt. Vertragliche Wertsicherungsklauseln können durch die Landeszentralbank genehmigungspflichtig sein. Lassen Sie dies ebenfalls durch einen Rechtsanwalt prüfen.

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