Diverses Wirtschaftsforscher: Euro-Pakt auch bei Irak-Krieg einhalten

Renommierte Ökonomen sind heute Schröders Vorbereitungen zur Aufweichung des Euros entschieden entgegen getreten.

»Es gibt die Gefahr, dass der Krieg als Vorwand genommen wird, die Maastricht-Kriterien zu unterlaufen», erklärte heute Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Drei-Prozent-Grenze für die Neuverschuldung müsse »sakrosankt« sein.

Die ökonomischen Probleme durch einen möglichen Krieg seien nach derzeitiger Lage nicht so fundamental, um von den Regeln abzurücken. Gerhard Schröder sprach sich dagegen für eine flexible Handhabung des Pakts aus. Dem »Stern« sagte der Kanzler, die sehr formale Auffassung der Drei-Prozent-Grenze sei auch von der EU-Kommission aufgegeben worden. Das Defizit sei einzuhalten, wenn es nicht in Folge eines Irak-Kriegs weitere Einbrüche gebe. Dann müsse man mit den Partnern in Europa »ohnehin neu diskutieren«.

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Unterdessen stellte die European Economic Advisory Group, eine Gruppe international führender Ökonomen, heute ihren Jahresbericht vor. Die Forscher rechnen demnach bei einem kurzen Krieg in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent in der Euro-Zone. Dies sei zwar etwas mehr als die 0,8 Prozent 2002. Dies reiche aber nicht, um die Jobmisere zu entschärfen. Im Gegenteil: »Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen«, so Sinn.
Sollte es gar einen langen Golfkrieg geben, schließt er auch eine Rezession in der Euro-Zone nicht aus.

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