Diverses WM für „Ballbanausen“

Ein Ball, zwei Tore, 22 Spieler - das Spiel kann nicht so schwer zu verstehen sein, möchte man denken. Doch dass das Runde ins Eckige muss, ist nur die halbe Wahrheit. Viele sind mit ihrem Fußball-Latein am Ende, wenn im Stadion seltsame Dinge geschehen. Da fallen Spieler scheinbar ohne erkennbaren Grund auf den Rasen, oder der Ball wird absichtlich aus dem Feld gekickt. Wir stellen Ihnen Bücher vor, mit denen "Ballbanausen" mitreden können.

Erstes Licht ins Dunkel bringt das Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In knapp 100 Seiten lernt der Leser zum Beispiel Frei-, Straf-, Ab- und Eckstoß zu unterscheiden. Die Lektüre lohnt sich, sagt Sascha Leichner vom DFB in Frankfurt: „Man muss sich schon etwas auskennen, um richtig Spaß am Spiel zu haben.“.

Wer auch Sportreporter und Fans verstehen will, findet im Handel Übersetzungshilfen: „Langenscheidt Fußball-Deutsch/Deutsch-Fußball“ von Sportmoderator Gerhard Delling beispielsweise hilft jenen auf die Sprünge, die den „Schwalbenkönig“ für eine Märchenfigur halten. Eine Fußball-Chronik vom Sticker-Hersteller Panini dokumentiert die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Und auf DVD geben „Poldi“, „Schweini“, „Metze“ und Co. in „Tore für Deutschland – Die jungen Superstars der Nationalmannschaft“ Einblick in ihre Welt.

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Laien im Stadion sollten sich aber nicht fahrlässig auffällig verhalten, rät Karl-Heinz Heimann, Herausgeber der Fußballzeitschrift „Kicker“ in Nürnberg. Manch eingefleischter Fan sei auf scheinbare Anhänger des Gegners gar nicht gut zu sprechen: „Wenn Sie aufstehen, weil die anderen ein Tor gemacht haben, kann es schon brenzlig werden.“

Verbreitete Kultur des Fachsimpelns

Doch nicht immer geht es bei Meinungsverschiedenheiten gleich zur Sache. „Fußball ist eine sehr kommunikative Geschichte“, umschreibt Heimann die verbreitete Kultur des Fachsimpelns. Vor Spielbeginn wird die Aufstellung analysiert, während der Ball rollt um die Wette kommentiert und anschließend noch lange über Fehlentscheidungen des Schiedsrichters debattiert.

Fußball taugt in fast jeder Situation als Gesprächsthema, sagt der Sportpsychologe Lothar Linz aus Bergisch Gladbach. Allerdings tummelten sich unter den vermeintlichen Fachmännern oft Pseudo-Experten, die Halbwissen aus den Medien wiedergeben. Um nicht selbst als Laie geoutet zu werden, rät Linz, das Fachsimpeln langsam anzugehen: „Da dürfte Zurückhaltung das geeignete Mittel sein.“

Wer dem Spiel trotz aller Bemühungen nichts abgewinnen kann, muss während der WM nicht zu Hause bleiben. Ein Besuch im Stadion, auf einem öffentlichen Platz mit Großbildleinwand oder einfach nur im Biergarten mit Fernseher könne auch für „Ballbanausen“ zum unvergesslichen Erlebnis werden, sagt Heimann. Anstelle der Spieler ließen sich auch die singenden, jubelnden und weinenden Zuschauer beobachten: „Das ist mindestens genauso spannend wie das Spiel.“

Literatur:

Fußball-Deutsch/Deutsch-Fußball

Gerhard Delling

Langenscheidt

ISBN 3-468-73113-2

9,95 Euro

Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs

1111 Kicker-Weisheiten

Arnd Zeigler

Humboldt

ISBN 3-89994-055-5

9,20 Euro

Fußball-WM für Dummies

Enrico Barz

Wiley-VCH

ISBN 3-527-70248-2

10 Euro

(Quelle: dpa)

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